eisblau&honigsüß

irgendwann ist immer das erste Mal

Nächste Woche geht’s für mich zum allerersten Mal auf eine mehrtägige Konferenz… Nervös? Ja. Definitiv. Im positiven, aber auch im negativen Sinne.

Ich freue mich natürlich darauf. Ein „Expert Meeting“. Sicher, ich bin kein Experte, aber mal die top-Leute aus unserem Gebiet zu sehen, ist aufregend. Neueste Forschungserkenntnisse hören, viel lernen, Ideen sammeln, Networking. Es ist schon toll. Spannend. Aufregend.

Es ist aber auch verdammt beängstigend. Raus aus meinem kleinen vertrauten Labor mit den bekannten Gesichtern und Abläufen. Fremde Umgebung, fremde Menschen, vermutlich viel zu viele Eindrücke auf einmal um alles verarbeiten zu können. Angst, den sozialen Kontakten nicht gewachsen zu sein, nicht flüssig genug auf englisch kommunizieren zu können (oder den Mund vor Angst gleich mal gar nicht auf zu bekommen), in dem Trubel verloren zu gehen. Alltagsroutine kann ich dort natürlich auch vergessen, und damit geht auch ein gutes Stück meiner Stabilität flöten.

Am meisten Angst habe ich vor dem Eröffnungsabend. Am ersten Tag ist ja noch kein richtiges Programm. Eröffnungsrede und Dinner Buffet, das eigentlich nur zum Plaudern und Kontakte knüpfen dient. Oh. Mein. Gott. Fremde Umgebung, fremde Menschen, fremde Sprache, und da soll ich kleines verängstigtes, sozial inkompetentes, essgestörtes Ding dann total souverän während einem Abendessen Kollegen kennenlernen? *panik*

Das einzig Beruhigende ist für mich: Die Tagung findet quasi gleich um die Ecke statt. Es ist nicht so weit weg von Unistadt. Ich muss keine stundenlange Anreise überstehen und nicht in einem Hotel nächtigen. Ich kann morgens bequem dorthin fahren und abends wieder nach Hause in meine Wohnung. Immerhin etwas Sicherheit…

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Nachtgespenster

Die Nacht war durchzogen von wirren Träumen und Panikanfällen. Momente, in denen ich nicht wirklich wach gewesen bin, aber auch nicht schlafend. Momente, in denen es unmöglich war zu sagen, was real ist und was nur im Kopf passiert. Verworrene Mischungen aus Alpträumen und Flashbacks.

Es war, als würde alles wieder passieren. Ich konnte ihre Stimmen hören, neben mir, über mir. Ihre Hände auf mir, an mir, in mir. Bewegungsunfähig daliegen, mehr ging nicht. Totstellen hat sich immer sicherer angefühlt, auch wenn es mir objektiv betrachtet selten wirklich etwas genützt hat.

Daliegen, nicht wach, nicht schlafend, wie tot, irgendwo gefangen in der surrealen Welt zwischen damals und heute, irgendwo tief im eigenen Kopf. Ausharren, stillhalten, abwarten. Bis das erste graue Morgenlicht seinen Weg ins Zimmer findet und die Geister verjagt.

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irgendwann lern ich’s schon noch

Nein, Mama, wenn ich dir seit November in fast jedem Telefonat von der Masterarbeit und den Laborerlebnissen erzähle, kann ich wirklich nicht erwarten, dass du weißt, dass ich schon seit Monaten mit der Masterarbeit beschäftigt bin. Tut auch gar nicht weh, wenn du fragt, wann ich denn mit der Masterarbeit anfange. Ehrlich. Dass ich da so plötzlich geschwiegen habe, lag einfach an mysteriösen Luftdruckänderungen, die mir kurzzeitig den Atem geraubt haben. Ich war nicht fassungslos und ich hatte auch keine Tränen in den Augen. Echt nicht.

Es ist schon okay. Irgendwann werde ich es lernen. Es ist einfach nur eine sehr sehr schwierige Lektion. Aber irgendwann… irgendwann werde ich gelernt haben, dass ihr mir nicht zuhört und euch nicht für mein Leben interessiert. Irgendwann lerne ich das und gebe die aberwitzigen Hoffnungen auf, dass es jemals anders sein könnte.

Irgendwann werde ich auch verstehen, warum ihr euch so wahnsinnig für meinen verstauchten Knöchel interessiert, während euch mein bevorstehender Studienabschluss und meine Zukunftspläne nur langweilen. Irgendwann verstehe ich das.

Bis dahin schneide ich mir die Arme auf, wenn ich in Not bin, weil ich fest daran glaube, dass Worte nichts bedeuten und ich nur beachtet werde, wenn der Körper verletzt ist.

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schlafen, wachen, Körper

Der Körper kapiert irgendwie nicht, dass die Lernphase vorbei ist und es jetzt angebracht wäre, wieder in einen normalen Schlaf-Wach-Rhythmus umzuschalten. Ich hatte ja schon befürchtet, dass das so kommen würde *seufz*

Naja – selber schuld, nicht wahr? Schlafstörungen begleiten mich schon seit der Kindheit. In den letzten Wochen (Monaten?) hatte es sich deutlich gebessert. Für meinen Geschmack war mein Schlafbedarf zwar deutlich zu hoch, aber der Herr Psychiater hat mir mehrfach versichert, dass 9 Stunden schlafen völlig normal sind für einen erwachsenen Menschen. Aber es sei verständlich, dass mir das mega viel vorkommt, wenn ich seit Ewigkeiten selten mehr als 3-4 Stunden Schlaf zusammenkratzen konnte.

Ich hätte froh sein sollen, dass das Schlafen endlich mal für längere Zeit richtig gut funktioniert. Den Körper zu zwingen, sich wieder mit vier Stunden Schlaf pro Nacht zu begnügen, war dämlich. Richtig dämlich. Aber ging halt nicht anders, mit Laborarbeit und Lernen für Klausur und so… Keine Zeit zum Schlafen… Jaja, immer diese Ausreden, ich weiß, ich weiß.

Ich bin sauer auf mich, weil ich doch genau wusste, dass ich mir den Schlaf-Wach-Rhythmus wieder ruinieren werde. Andererseits bin ich auch sauer auf den Körper, weil er einfach nicht so funktioniert, wie ich es haben will 😦

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