eisblau&honigsüß

garantiert gefälscht

Normalerweise achte ich darauf, mir rechtzeitig Rezepte ausstellen zu lassen, wenn eines meiner Medikamente zur Neige geht. Aus verschiedensten Gründen war es jetzt so, dass ich schon seit einer Weile kein Tavor mehr hatte. Bis zum nächsten Termin ist’s noch ein bisschen hin. Also heute Früh Dr. H. kontaktiert und ihn gebeten, mir ein Rezept auszustellen. Hat er auch gemacht und in der Ambulanz für mich zur Abholung hinterlegt.

Ich habe es abgeholt und nur flüchtig einen Blick darauf geworfen. In der Apotheke habe ich mich etwas gewundert, warum die Apothekerin so ewig auf ihrem Computer rumklickt und so oft das Rezept anstarrt. Tavor ist kein soo exotisches Medikament und Dr. H. kann durchaus gut lesbar schreiben.

Irritiert war ich dann, als die Apothekerin mich irgendwie misstrauisch-ärgerlich ansah. Und sehr unfreundlich fragte, wer das Rezept ausgestellt habe. Ich verwies auf den Stempel und die Unterschrift. „Also, ich weiß ja nicht, wo Sie das Rezept wirklich herhaben, aber Dr. H. hat das sicher nicht geschrieben! Die Unterschrift kann alles Mögliche heißen, aber seinen Namen stellt das bestimmt nicht dar! Außerdem stimmt die Packungsgröße nicht! Und das Kreuz fehlt auch! Also, ein Arzt hätte das alles gewusst!“

Ich war doch etwas baff. Die Unterschrift ist einfach nur ein bisschen Gekritzel, in das man alles und nichts interpretieren kann – weder kann man seinen Namen deutlich lesen noch kann man klar sagen, dass es nicht sein Name ist. Und dass ich Ärzten erklären muss, wie ein korrektes Rezept für Tavor Schmelztabletten aussehen muss, ist auch nicht ungewöhnlich – viele wissen es eben doch nicht.

Nach einer sehr unerfreulichen Diskussion ließ sich die Apothekerin dazu herab, in der Ambulanz anzurufen und nachzufragen, ob das Rezept „echt“ ist… Was ihr natürlich bestätigt wurde. Das Rezept war zwar fehlerhaft, aber nicht gefälscht. Und nachdem ihr das telefonisch versichert wurde und die Nachreichung eines korrigierten Rezepts zugesagt wurde, kam sie zu mir zurück und war so scheißfreundlich, dass ich fast das Kotzen bekommen hätte.

Bei allem Verständnis dafür, dass Apotheken verschreibungspflichtige Medikamente nur gegen Vorlage eines gültigen Rezepts abgeben dürfen, und bei allem Verständnis für Misstrauen, wenn jemand mit einem fehlerhaften Rezept für Beruhigungsmittel kommt… Aber das hat mich wirklich aufgeregt. Man kann ja auch erstmal in normalem Tonfall darauf hinweisen, dass das Rezept nicht korrekt ist und ein Rückruf beim Arzt notwendig ist. Muss doch nicht sein, dem Kunden sofort zu unterstellen, dass er das Rezept gefälscht hat, oder? Und dann später diese brechreizerregende Freundlichkeit, wenn festgestellt wird, dass es tatsächlich keine Fälschung, sondern ein Fehler des Arztes ist. Na vielen Dank auch.

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unverstanden

Es war der dritte Termin beim Herrn Ambulanzpsychiater in Folge, aus dem ich maximal angespannt gehe. Ich fühle mich unverstanden, nicht ernstgenommen und nicht respektiert.

Er beharrt darauf, wie positiv es doch sei, wenn ich es nicht „schaffe“, mich zu verletzen. Dass das eine Chance sei, eine gute Entwicklung blabla. Er geht nicht darauf ein, wie ich mich damit fühle. Meine Sichtweise ignoriert oder negiert er. Klar – ich bin ja krank und gestört *hmpf*

Nachdem ich in den letzten beiden Terminen meinen Unmut heruntergeschluckt und nichts gesagt habe, brach es dieses Mal dann doch aus mir heraus. Ich habe ihm an den Kopf geworfen, dass er mir seine Meinung aufzuzwingen versucht; dass er mich nicht respektiert; dass alles, was ich denke und fühle wohl falsch ist; dass er nicht für mich oder mit mir arbeitet; dass er gerade nur massiv gegen mich arbeitet; …

Ich bin nach dem Termin spazierengegangen, um mich wieder zu beruhigen. Viel gebracht hat es nicht, aber wenigstens ein bisschen besser ist es. Etwas weniger Druck, mir etwas anzutun.

Momentan kann ich mir nicht vorstellen, wieder zum Herrn Ambulanzpsychiater zu gehen. Ich bin wütend, enttäuscht, verletzt. Ich fühle mich verraten und betrogen. Ich habe im Termin geweint und ich weine auch jetzt. Ich möchte ihn nie nie nie wieder sehen. Nie wieder. (Und jetzt weine ich noch mehr, weil mit ihm eine weitere Stütze wegbricht.)

Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn nicht mehr sehen will. Er hat den schon zuvor vereinbarten nächsten Termin trotzdem im Kalender stehenlassen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie nächste Woche kommen.“ Ich glaube ihm das nicht. Es fühlt sich nur an wie ein weiterer Schlag in Gesicht.

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wütende Pläne

Ich bastel mir einen Plan B. Und sicherheitshalber noch einen Plan C und Plan D. Und da ich nun hinreichend Erfahrung mit diesem schlecht gar nicht organisierten Studium habe, auch noch einen Plan E. Ich hätte sehr gerne noch einen Plan F, aber da gehen mir dann wirklich die Ideen aus. Naja. Einer von meinen vier Plänen wird ja hoffentlich funktionieren.

Plan B ist in die Wege geleitet. Mal gucken, wie lange es dauert, bis ich auf eine Sackgasse stoße…

Ich bin immer noch stinksauer auf den Typen vom Studiensekretariat. Nicht so sehr deswegen, dass er sich nicht um mein Problem kümmert, sondern viel mehr wegen der Arroganz und Unhöflichkeit, mit der er mir das mitgeteilt hat.

Es wäre okay gewesen, wenn er mir etwas gesagt hätte wie: „Ich habe derzeit sehr viel zu tun, deswegen wäre es mir recht, wenn Sie sich selbst darum kümmern. Bitte wenden Sie sich an X oder Y, und sagen Sie ABC. Dann wissen die, was das Problem ist, und helfen Ihnen.“ Sowas wäre für mich in Ordnung. Ich habe kein Problem damit, mich selber um meine Angelegenheiten zu kümmern, wenn man mir das freundlich sagt und ein bisschen Hilfestellung an die Hand gibt.

Aber so war es nunmal nicht. Keine Bitte, dass ich mich selber darum kümmern möge, sondern einfach nur eiskalt, dass er es nicht tun wird. An wen ich mich denn dann wenden solle? Weiß er so spontan auch nicht, soll ich selbst in Erfahrung bringen. Ja, aber… Andere Studenten wollen ihnen auch noch sprechen, wenn ich jetzt also bitte-danke gehen würde?!

Das ist es, was mich so wütend macht. Die Art, wie er mich behandelt hat. Es war unfreundlich, unhöflich und vermutlich auch nicht im Sinne seines Arbeitsvertrags.

Nun gut. Wut ist kein angenehmes Gefühl – aber ein kraftvolles. Wenn ich wütend bin, dann bin ich geladen wie eine Hochspannungsleitung, und irgendwo muss diese Energie hin. Es gelingt mir nicht immer, sie in sinnvolle Bahnen zu lenken. Diesmal schon. Nachdem die Verzweiflungswelle vorüber war, dachte ich nur noch: „Leck mich doch am A****! Ich brauch deine nutzlose Hilfe nicht!“

Und da bin ich nun. Mit ein paar Ideen, von denen ich hoffe, dass wenigstens eine funktioniert. Und einer wahnsinnigen Angst, dass doch alles schief geht.

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Diagnose: Monster

Himmel, ich könnte gerade wirklich kotzen. Es gibt doch tatsächlich Menschen, die ihre unglaublich traumatisierenden Erfahrungen, die sie in der Beziehung zu einer Borderline-Patientin gemacht haben, bloggerisch verarbeiten müssen. Und die durch die Beziehung zu einer (ja, einer einzigen!) Borderlinerin genau wissen, wie alle (wirklich ausnahmslos alle!) Borderline-Patienten sind: traumatisierende Monster, die nicht anders können, als anderer Menschen Leben zu zerstören.

Hallo? Geht’s noch? Ich kenne einen Betroffenen und weiß dann über alle Bescheid?! Ist klar…

Wenn also andere durch das Kennen eines Borderliners wissen, dass alle Menschen mit dieser Diagnose Monster sind, von denen man tunlichst Abstand halten sollte, dann möchte ich an dieser Stelle auch mal eine Warnung aussprechen: Männer sind gemeingefährliche Monster! Haltet euch bloß fern vor denen! Männer zu kennen, das kann gar nicht anders enden als mit schlimmstem Schmerz! Hey, ich weiß, wovon ich rede! Ich habe Menschen mit der Diagnose „Mann“ kennengelernt und sie haben mich traumatisiert! Also, Leute: lasst euch bloß nicht auf jemanden ein, der mit „Mann“ diagnostiziert ist! Das sind alle, ausnahmslos alle, Monster!!!

*Kopf auf Tisch hau* Ein Hoch auf Vorurteile und Stigmatisierungen.

Mich juckt’s in den Fingern, einen Kommentar auf diesem Blog zu schreiben. Darüber, dass „Borderline“ eine Diagnose mit tausend Facetten ist. Dass nicht alle Betroffenen die gleichen Schwierigkeiten haben und auch die Ausprägung der Störung sehr unterschiedlich ist. Und dass es ganz vielleicht auch ein bisschen die eigene Schwäche ist, wenn man sich nicht abgrenzen kann und in der Beziehung zu einem anderen Menschen aufgefressen wird…

Aber das würde zu nichts führen. Wer unbedingt die alleinige Schuld beim „gemeingefährlichen Borderliner“ suchen und sich selbst als armes Opfer sehen möchte, der wäre taub für Worte, die diese Haltung nicht vorbehaltslos bestätigen. So gebe ich meinem Unmut nun hier einen Raum und hoffe trotz allem, dass es dort draußen Menschen gibt, die wissen, dass Borderline nicht gleich Monster ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

(Die männlichen Leser mögen mir verzeihen, hier als Beispiel herhalten zu müssen. Ich habe zwar in der Tat Männer kennengelernt, die schreckliche Dinge getan haben, aber ich weiß trotzdem, dass nicht alle Männer so sind. Es lag nur nahe, da besagter Blog von einem Mann geschrieben wird.)

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