eisblau&honigsüß

Besser? Hoffnung stirbt zuletzt

Wieder scheiß Kommentare von meinem Betreuer bekommen. Irgendwann war’s dann zu viel. Ein verstohlenes Tränchen, vergebens versucht, die anderen Tränen zurückzuhalten. Angefangen zu weinen – vor ihm. Weggelaufen, geflüchtet, lange auf Toilette eingeschlossen und geweint.

Wieder halbwegs beruhigt. Zurück ins Labor. Wieder angefangen zu weinen. A. war da. Ihr mein Herz ausgeschüttet. Dass ich das Gefühl habe, alles falsch zu machen. Immer nur angemault zu werden. Teilweise grundlos. Dass ich mich hier unwohl fühle, weg will, am liebsten nie wieder einen Fuß ins Labor setzen würde.

Irgendwann wirklich beruhigt. Mich wieder meiner Arbeit gewidmet.

Betreuer war im weiteren Tagesverlauf anders. Freundlicher. Netter. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein. Vielleicht war es Zufall. Vielleicht hackt er morgen schon wieder nur auf mir herum.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, nicht wahr? Ich habe gesehen, dass er wirklich ein netter, umgänglicher Mensch sein kann. Ich könnte mit ihm zurecht kommen. Vielleicht bleibt es ja jetzt so? Vielleicht hat er aus meinen Tränen geschlossen, dass es mir nicht gut geht und er Rücksicht auf mich nehmen muss. Vielleicht aber hat auch A. mit ihm geredet. Ich weiß es nicht. Ich hoffe jetzt einfach, dass es morgen so gut weiter geht mit ihm…

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mit SVV-Wunden zum Arzt

Die Verbrennungen, die meinem Psychiater so Sorgen gemacht haben, heilen erstaunlich gut. Aber die Schnittverletzung… Weiß auch nicht, was ich davon halten soll.

Ich hab ja schon häufiger tief geschnitten. Habe eine gewisse Erfahrung, was die Heilung tiefer Verletzungen angeht. Und irgendwie sieht das anders aus. Es müsste schon viel weiter verheilt sein. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Vielleicht heilt diese Verletzung auch „anders“, weil es ja bis ins Fettgewebe ging; das hatte ich sonst nie.

Die Haut um die Wunde ist leicht gerötet. Ich weiß allerdings nicht, ob ich das als Entzündung deuten soll oder ob das nur von der Pflasterallergie kommt. Die Stelle fühlt sich jedenfalls nicht heiß an und tut auch nicht ungewöhnlich stark weh. Vermutlich nur die abklingende allergische Reaktion… oder?

Ich werde noch ein paar Tage warten. Weiter beobachten, wie es sich entwickelt. Erfahrungsgemäß heilen nahezu alle Verletzungen auch ohne Arzt. Geduld und Pflege, das reicht eigentlich immer.

Andererseits – lieber zum Arzt gehen, wenn was seltsam aussieht, oder? Bestenfalls guckt der Arzt sich das an und sagt einfach, dass da alles okay ist. Dann kann man beruhigt nach Hause gehen (oder in die nächste Psychiatrie). Anderenfalls weiß der Arzt hoffentlich, wie er die Verletzung behandeln muss…

Nur zum Arzt gehen und die Verletzung zeigen bedeutet auch wieder, jemanden an meinen Verletzungen rummachen zu lassen. Das Zeigen von Verletzungen ist nicht so schlimm für mich (also bei Ärzten, die ich kenne, meine ich). Aber die Verletzungen von jemand anderem behandeln zu lassen… schwierig.

Zum einen sind es meine Verletzungen, da hat niemand sonst dran rumzudoktern. Zum anderen ist es mir einfach unangenehm, wenn ein Arzt sich um Schäden kümmern muss, die ich mir mutwillig selbst zugefügt habe – quasi den Mist wegräumen muss, den ich absichtlich produziert habe.

Naja, erstmal abwarten. Vielleicht sieht es in zwei, drei Tagen schon viel besser aus…

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Unwetter

Heute Früh habe ich ein mögliches (bildlich gesprochenes) Unwetter vorhergesagt.

Heute Nachmittag gab es ein (richtiges, reales) Unwetter.

Innerhalb kurzer Zeit war der Himmel mit pechschwarzen Wolken verhangen. Ein paar Blitze, Donnergrollen, dann Platzregen. Und was für einen! Ein paar Minuten später war der Spuk aber auch schon wieder vorbei. Die Wolken verzogen sich und die Sonne hat sich noch einmal gezeigt.

Das bildlich gepsrochene Unwetter gab’s auch. Statt Platzregen gab es viele, viele Tränen. Leider schien keine Sonne – weder vorher noch hinterher. Ich habe geschnitten, um die dunklen Wolken ein bisschen zu vertreiben.

Morgen werde ich wieder viel Hilfe von meinem Betreuer brauchen. Also werde ich morgen wieder viel angemault werden, wieder viele Vorwürfe bekommen, wieder wie dumm behandelt werden. Aber ich kann das morgen nicht alleine machen, das ist nichts, wo ich auf gut Glück rumprobieren kann. Ich mag mich viel lieber verkriechen als morgen ins Labor zu gehen *seufz*

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mir könnte es gut gehen

Irgendwie komme ich zurecht. Lieber durchsuche ich alle Schränke, lieber drücke ich alle möglichen Knöpfe an einem Gerät, lieber bete ich einfach, dass es so stimmt – als ihn zu fragen.

Wirklich sicher bin ich nicht. Ich mach’s einfach so, wie ich denke, dass ich es machen soll. Und wenn am Ende Mist rauskommt, dann soll er mich halt wieder in den Boden stampfen. Aber dann werde ich nur einmal in den Boden gestampft. Nicht x Mal, weil ich x Sachen nicht weiß und deswegen x Mal bei ihm frage.

Gerade habe ich Mittagspause und ich würde mir jetzt so so gerne die Arme aufschneiden. Essen tue ich sowieso nicht, dafür brauche ich also keine Zeit einzuplanen. Es würde reichen – kurz auf Toilette einschließen, die Arme zerschneiden, und pünktlich wieder im Labor stehen.

Wenn ich könnte, würde ich nie wieder in dieses scheußliche Labor gehen. Wobei das Labor, die Arbeit, die Kollegen gar nicht mal so schlimm sind. Im Grunde könnte ich mich da wirklich wohl fühlen. Wenn eben mein Betreuer nicht wäre.

Im Grunde würde es mir jetzt auch gut gehen. Eigentlich geht es mir ja auch gut, meine Stimmung ist gar nicht mal so übel. Nur täglich wegen Nichts angemault zu werden, das macht mich wirklich fertig. Alles falsch machen, wie eine Dumme behandelt werden, Vorwürfe zu bekommen, nichts fragen dürfen ohne wieder eine Attacke zu riskieren – eigentlich nicht einmal etwas sagen dürfen, ohne angegriffen zu werden… Ich will mich in eine dunkle Ecke verkriechen und weinen.

edit: Die dunkle Ecke habe ich hier leider nicht, aber weinen – das tue ich. Seit ich hier arbeite, weine ich ständig. Morgens bevor ich ins Labor gehe. Abends, wenn ich nach Hause komme. Zwischendrin, während der Pausen oder auch während ich arbeite. Ich will hier weg, aber es geht nicht.

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Regen, im weiteren Tagesverlauf Unwetter möglich

Müde, schlecht geschlafen, Stimmung im Keller.

Gleich mache ich mich auf den Weg ins Labor. Um mich wieder grundlos anmaulen und in Grund und Boden stampfen zu lassen.

Ich fühle mich jetzt schon schlecht. Ich habe Druck, mich wieder zu verletzen. Spiele mit dem Gedanken, es jetzt noch zu tun. Nur ein bisschen, das dauert nicht länger als ein paar Minuten…

Vielleicht explodiere ich heute, wenn er mich wieder nur anmeckert.

Vielleicht muss ich mich wieder zum Weinen zurückziehen. Oder vielleicht weine ich auch vor ihm. Soll er doch denken, was er will.

Heute Abend… Ich habe Angst vor heute Abend. Mir geht’s jetzt schon nicht gut und wenn der Tag erwartungsgemäß verläuft… wenn ich dann abends nach Hause komme… mit den ganzen dunklen Gefühlen, allein in meiner Wohnung…

Ich wollte mich bis zum nächsten Termin bei meinem Psychiater nicht verletzen. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich das noch schaffen will. Vielleicht schneide ich heute Abend. Oder doch jetzt noch? Mich jetzt noch ein bisschen entlasten, um den Tag besser zu überstehen…

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