eisblau&honigsüß

sich selbst bemitleidender Jammerlappen

Verzeiht mir bitte, dass ich auf eure Kommentare nicht geantwortet habe. Ich habe sie alle gelesen und bin dankbar für alles, was ihr mir geschrieben habt! Seid bitte nicht böse, wenn ich nichts dazu geschrieben habe, ja?

Es ist schwierig momentan. Ich weiß nicht, wie es mir geht. Kraft und Antrieb fehlen, Stimmung ist gut. Suizidgedanken sind stark, Selbstverletzungen häufig. Aber irgendwie ist es mir egal.

Egal. Das ist wohl mein vorherrschender Zustand: egal.

Irgendwie habe ich aufgegeben. Lebe vor mich hin, ein Tag nach dem nächsten, ohne Ziel, ohne Perspektive. Dafür mit einem Haufen Probleme.

Ein Problem spitzt sich mehr und mehr zu. Ich weiß nicht, wie lange das noch gutgehen wird. Alleine kann ich dieses Problem (ein gesundheitliches) nicht lösen. Ich bräuchte einen Arzt, der mich deswegen behandelt. Aber ich kann kann einfach nicht darüber sprechen. Nicht darüber schreiben. Manchmal nicht einmal daran denken. Ich kann damit zu keinem Arzt gehen, nicht darüber reden, mich nicht untersuchen und erst recht nicht behandeln lassen. Ich weiß nicht, wie lange das so noch gut geht.

Dazu kommen zig andere Dinge, die schwierig sind. Um die ich mich kümmern sollte. Die ich vielleicht sogar bewältigen könnte. Aber irgendwie – ist es mir egal.

Mir ist das Leben zu schwierig, zu fordern, zu anstrengend. Wenn man so viel Kraft braucht, um das Leben wenigstens grundlegend zu bewältigen, dann – danke, nein, möchte ich nicht.

Wie schon geschrieben: mein momentaner Zustand ist im Wesentlichen „egal“. Gleichgültigkeit. Resignation. Irgendwie habe ich ein Stück weit aufgegeben. Ich habe so lange, so viel, so hart gekämpft. Und wofür? Ja: für nichts. Ich habe nichts erreicht. In keinerlei Hinsicht habe ich irgendwelche Erfolge erzielt.

Ich kämpfe, Tag für Tag. Und ich überlebe, Tag für Tag. Ist es das wert, weiterzumachen? Ich weiß nicht.

Angeblich versinke ich in Selbstmitleid. Schrieb zumindest irgendein pseudo-anonymer Feigling in einem (nicht freigeschalteten) Kommentar (als ob man im Internet wirklich anonym wäre und straflos drauflos mobben könnte… wie dumm, sowas zu glauben!). Ich würde wetten, dass der oder diejenige sich einen Scheißdreck mit mir befasst hat. Einfach mal Rumpöbeln ist halt toll. Pusht das eigene schwache Ego, wenn man sonst nichts hat…

Trotzdem tuts weh. Ich bin also nur ein Jammerlappen, getaucht in Selbstmitleid. Gut. Okay. Danke.

Und jetzt? Kämpfen tue ich permanent, jeden verdammten Tag. Aber vielleicht wäre es wirklich besser, wenn ich Jammerlappen endlich in meinem Selbstmitleid ertrinke. Ruhe. Dann wäre Ruhe. Und vielleicht wäre das gut so. Wer weiß.

(Keine Suizidankündigung, falls das jetzt jemand denkt! Ich bin nur gerade ziemlich down und musste mir das von der Seele schreiben.)

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Psychotherapie Erstgespräch

Kennt ihr das, wenn ihr einer Person begegnet und am liebsten sofort Reißaus nehmen würdet?

So ging es mir bei dem Vorgespräch mit einer ambulanten Psychotherapeutin vor ein paar Tagen…

Ich hatte wirklich viel Hoffnung in den Termin gesetzt. Dachte, dass ich da endlich konstante Hilfe bekommen könnte.

Aber – nein. Einfach nein. Ich habe schon bei der Begrüßung gespürt, dass das nichts wird. Hätte mich am liebsten sofort umgedreht und wäre wieder gegangen. Katastrophaler erster Eindruck.

Gut, der erste Eindruck kann täuschen. Also bin ich geblieben. Saß einige Minuten in einem unordentlichen, staubigen (!) Wartezimmer… Dann folgte ein Gespräch, bei dem ich jeden Satz fünfmal wiederholen musste (mindestens), weil die Dame einfach extrem schwerhörig ist… die Erfahrung, die das Alter mit sich bringt, nutzt wenig, wenn kein Wort verstanden wird…

Und unsympathisch war sie auch. So dermaßen unsympathisch. Ich kann es gar nicht an was Konkretem festmachen. Sie war mir einfach zutiefst unsympathisch. Null Vertrauen, von Anfang an. Ihre Schwerhörigkeit hat das sicher auch nicht besser gemacht. Die intimstem Seelengeheimnisse in den Raum brüllen zu müssen, schafft einfach kein Vertrauen.

Nach einer knappen halben Stunde (mehr hatte sie für das Erstgespräch nicht eingeplant) habe ich weinend die Praxis verlassen. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn ich so schnell eine ambulante Therapeutin gefunden hätte *seufz*

Ich erinnere mich nur dunkel an die Zeit danach. Tränen, Schmerz, Verzweiflung, Wut. Innenstadt. Irgendwo sitzen, rauchen, weinen. Ein Mann, ein paar Worte. Psychiatrie. Ärztin. Noch mehr Tränen.

Langsam resigniere ich. Ich möchte leben, lachen, genießen. Aber wie? Eine stationäre Therapie, die nicht geholfen hat, ja, alles nur noch schlimmer machte. Die Aussichtslosigkeit auf eine gute ambulante Therapie. Keine Zukunftspläne, keine Perspektiven. Ich will leben, aber so? Aber so?!?

Langsam weiß ich echt nicht mehr weiter.

Was soll ich noch tun?

Eine Klinik, die auf mein Krankheitsbild spezialisiert ist, und die mir null helfen konnte. Die Unmöglichkeit, in absehbarer Zeit eine passende Therapeutin zu finden. Keine Chance, in meinem jetzigen Zustand zu arbeiten. Freunde, die sich allmählich zurückziehen. Eine Familie, die nie dagewesen ist.

Allein allein allein.

Was für eine Scheiße ist das, dieses „Leben“?

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„Naja, wenn ich ehrlich sein darf… Ich kenne Sie ja nun auch schon lange… Aber so – so habe ich Sie noch nie gesehen…“, sagt die Psych-Ärztin.

Ich nicke nur. Sprechen kann ich nicht mehr. Wir hatten uns eine Weile unterhalten, die Ärztin und ich. Ich weiß nicht, warum ich ihr das alles erzählt hatte. Die Geschichte mit meinem Bruder. Ich erinnere mich nicht einmal daran, was ich ihr eigentlich erzählte. Und ob das für sie einen Sinn ergeben hat, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich meine, dass ich wohl nur Bruchstücke von damals erzählt habe. Erinnerungen, die mir eben in den Sinn kamen. Eine klare, zusammenhängende Geschichte war das wohl kaum.

Sie möchte, dass ich über Nacht dableibe. Ich bin unentschlossen. Ich möchte nur weg weg weg. Nichts mehr denken, nichts mehr fühlen. Der Schmerz zerreisst mich. Ich möchte mich verletzen, Tabletten schlucken, egal – es soll nur nicht mehr weh tun.

Wir einigen uns darauf, dass ich eine halbe Stunde rausgehen darf. Mit dem Versprechen, dass ich mir in der Zeit nichts antue und wieder zurück auf Station komme.

Es tut mir gut. Draußen sein. Die kalte Nachtluft.

Ich gehe pünktlich zurück auf Station. Habe ich ja versprochen.

Die Ärztin spricht nochmal mit mir. Lange Diskussionen, viele Tränen. Letztendlich bleibe ich.

Werde im Überwachungszimmer einquartiert.

Bekomme Medikamente. Festmedikation und Bedarf. Ich sollte eigentlich tief und fest schlafen nach allem, was sie mir geben. Aber mehr als drei Stunden Schlaf mit zig Mal Aufwachen ist nicht drin. Ich stehe die halbe Nacht am Fenster, schaue ins Nichts und weine.

Weine um meinen Bruder. Weine um meine Familie.

1996 sind wir alle gestorben.

Er.

Ich.

Die Familie.

Ich weine und weine und weine.

Der Schmerz hört nicht auf. Hört einfach nicht auf.

Der Schmerz endet nie.

Nie.

Nie.

Nie.

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Sparschwein

Ich habe heute in der Apotheke ein Sparschwein geschenkt bekommen…

Bin etwas irritiert. Taschentücher, Creme, Duschgel – kennt man ja als Apotheken-Geschenke. Aber ein Sparschwein… Nun, das hatte ich noch nie. Mal was anderes?!

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irgendwie… unbefriedigend

Ich weiß nicht, wieviel Faden die beiden Chirurgen vernäht haben, bis mein Bauch nicht mehr an zig Stellen aufklaffte. Ich weiß auch nicht, wielange sie insgesamt gebraucht haben, um alle Schnitte zu flicken.

Ich glaubte, es würde mir wenigstens einen Moment Ruhe verschaffen. Ruhe in meinem aufgewühlten Kopf, Ruhe in meiner Seele.

Normalerweise funktioniert das. Genäht werden.

Dieses Mal hat es nicht funktioniert. Überhaupt nicht. Ich weiß nicht, wieso. Vielleicht war es einfach zu viel. Zu unkontrolliert. Keine Ahnung.

Ich bin müde. Der Bedarf wirkt langsam.

Morgen ist ein neuer Tag.

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