eisblau&honigsüß

Nachtgespenster

Die Nacht war durchzogen von wirren Träumen und Panikanfällen. Momente, in denen ich nicht wirklich wach gewesen bin, aber auch nicht schlafend. Momente, in denen es unmöglich war zu sagen, was real ist und was nur im Kopf passiert. Verworrene Mischungen aus Alpträumen und Flashbacks.

Es war, als würde alles wieder passieren. Ich konnte ihre Stimmen hören, neben mir, über mir. Ihre Hände auf mir, an mir, in mir. Bewegungsunfähig daliegen, mehr ging nicht. Totstellen hat sich immer sicherer angefühlt, auch wenn es mir objektiv betrachtet selten wirklich etwas genützt hat.

Daliegen, nicht wach, nicht schlafend, wie tot, irgendwo gefangen in der surrealen Welt zwischen damals und heute, irgendwo tief im eigenen Kopf. Ausharren, stillhalten, abwarten. Bis das erste graue Morgenlicht seinen Weg ins Zimmer findet und die Geister verjagt.

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manchmal

Manchmal ist schlafen anstrengender als Wachsein. Manchmal wache ich morgens auf und denke, es wäre besser gewesen, ich hätte die Nacht durchgemacht.

Manchmal bestehen meine Nächte nur aus Alpträumen und kurzen Wachphasen, in denen ich versuche, die Angst und die Erinnerungen einzudämmen. Manchmal bin ich wirklich erleichtert, wenn es Morgen wird und ich aufstehen „muss“. Manchmal stehe ich mitten in der Nacht auf, weil ich die Träume nicht mehr ertragen kann.

Manchmal schlafe ich nächtelang nicht, weil ich so große Angst vor den Träumen habe.

Manchmal bin ich so müde, dass ich mich kaum mehr auf den Beinen halten kann. Manchmal wünsche ich mir, dass der Körper zusammenbricht und jeder sieht, wie erschöpft ich bin.

Manchmal frage ich mich, ob es jemals besser werden wird.

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das Ende

Mit T. Schluss gemacht. Manches ist einfach unverzeihlich. Ich will – ich kann jetzt hier nicht genauer darauf eingehen.

Ich fühle gerade nichts mehr. Betäube mich mit Tavor und Alkohol. Es ist alles zu viel für mich. Die ganze letzte Woche war ein Alptraum, der von Tag zu Tag schlimmer wurde.

Vielleicht gehe ich später noch in der Klinik vorbei. Dr. H. hat heute Dienst. Aber letztlich – wozu? Ich kann nicht über das reden, was mich zur Trennung bewogen hat.

Ich möchte nur noch schlafen. Nicht mehr sein. Keine Gefühle mehr, keine Gedanken. Ich bin maximal überfordert.

Wie konnte ich ihm jemals vertrauen? Wie kann er mir sowas nur antun?

Es ist ein Alptraum, wie er schlimmer nicht sein könnte.

Es ist das Leben.

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Tornado

Ich fühle mich wie in einem Alptraum, der immer schlimmer wird. Und ich kann nicht aufwachen, weil es kein grässlicher Traum ist, sondern das verdammte Leben.

Das Leben ist zu einem Tornado geworden, der mich mitgerissen hat und sich immer schneller und schneller und scheller dreht.

Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird. Mit T. und mir. Ich will ihn nie wieder sehen. Ich könnte kotzen, wenn ich an bestimmte Dinge denke, die ich nun von ihm weiß. Ich ekel mich, weil er mich so oft berührt hat. Ich möchte meine Haut wegschrubben, keine Spur von ihm mehr an mir haben. Ich möchte vergessen, dass wir miteinander geschlafen haben.

Und doch – sind Gefühle für ihn da. Ich liebe ihn, nach wie vor. Ich kann diese Gefühle für ihn nicht einfach abstellen.

Gestern Abend ist mir alles zu viel geworden. Bedarfsmedikation bis zum Limit ausgereizt. Geweint, bis die Medikamente ihre Wirkung taten und alle Gefühle und Gedanken betäubten und mich in einen gnädigen, traumlosen Schlaf gleiten ließen.

Am liebsten würde ich es jetzt genauso machen. Wieder so viele Bedarfsmedis nehmen, dass ich in tiefen Schlaf falle. Aber das Leben dreht sich weiter, Dinge müssen erledigt werden. Ich muss wach sein, wenigstens ansatzweise funktionieren. Mit all den Gefühlen und Gedanken in mir drin.

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Vermischung

Alles vermischt sich, fließt zusammen, erzeugt einen unentwirrbaren Haufen scheußlichen Durcheinanders. Alte Trauma-Erinnerungen verklumpen mit Aktuellem, Menschen von heute werden zu Menschen von damals.

In mir sträubt sich wieder alles dagegen, zum Termin in die Klinik zu gehen. Denen zu vertrauen, mich zu öffnen, meine Gefühle und Gedanken auszubreiten. Heute Früh wieder ein harter Kampf mit mir selbst, ob ich die Tablette nehme oder ob ich das Medi lieber wieder absetze. Der Gedanke an den Termin heute erzeugt so viel Anspannung – ich will nicht hin, ich will nicht reden, ich will die Station nicht betreten. Ich will nicht eingesperrt werden, nicht mal für die Dauer des Gesprächs, nicht von denen. Noch mehr Anspannung, wenn ich daran denke, dass ich keine andere Wahl habe als hinzugehen. Ich muss, weil ich ein Rezept brauche. Muss, muss, muss.

Alpträume in der letzten Nacht waren grässlich. Träume von den Klinik-Menschen. Eingesperrt werden. Verletzt werden. Geschlagen werden. Im schlimmsten Traum missbraucht mich der Herr Oberarzt und Dr. H. steht daneben und grinst.

Ekel und Scham, Angst und Anspannung.

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