eisblau&honigsüß

Da hat’s gefunkt, oder?!

„Da hat’s aber gewaltigt gefunkt, zwischen euch, was?“, sagt sie grinsend.

Ja, irgendwie schon… Ich weiß nur nicht, ob das gut ist oder nicht. Also, unter anderen Umständen… Ja, dann sicher… Aber so… Ich weiß nicht?!

Er ist auch Patient. Wir haben uns schon letzten Sommer auf Station kennengelernt. Da haben wir uns auch schon super verstanden. Jetzt ist er wieder stationär, und ich war gestern und vorgestern zur Krisenintervention jeweils paar Stunden auf Station… Und es hat gefunkt. So offensichtlich, dass das sogar andere Patienten gemerkt haben.

Ich weiß nicht, ob ich mich darauf einlassen soll. Wir sind beide krank. Anderes Krankheitsbild, aber eben beide krank und instabil. Solche Beziehungen gehen doch meistens nicht gut?!

Aber die Gefühle… Die hören halt nicht auf den Verstand.

Gefühlschaos.

Werbeanzeigen
4 Kommentare »

Schilddrüse, oh geliebte Schilddrüse

Es ist zum Kotzen. Wirklich. Dieser Mist mit der Schilddrüse, die blöde Hashimoto!

Letzten Sommer wurde es diagnostiziert. Seitdem versuche ich eine sinnvolle Einstellung hinzubekommen.

Es klappt einfach nicht. Ich könnte verzweifeln. Warum geht das bei anderen so problemlos und bei mir nicht?!

Nach der Diagnose habe ich entsprechende Medikamente bekommen. Ich kann eindeutig sagen, dass es mir dadurch besser geht. Aber eben nur phasenweise. Nicht dauerhaft. Ich nehme eine Dosis – dann spielt der Körper erstmal eine Weile völlig verrückt – dann geht es mir ganz gut – dann wieder schlechter.

Die Blutabnahmen spiegeln den Verlauf ziemlich gut wider. Chaos – besser – miserabel.

Heute fragte ich meinen Arzt, ob das normal sei. Ob sich die Einstellung auf die Schilddrüsenhormone immer so schwierig gestaltet… Er wand sich ein wenig, „naja… also… bei den meisten Patienten geht das ohne Probleme…“

Schön. Ich habe zwei Freundinnen, die auch Schilddrüsenhormone nehmen müssen, zwar beide ohne Hashimoto, aber egal. Beide haben kaum Probleme damit. Dosierung probieren, passt oder passt nicht, Dosis korrigieren – super.

Wieso geht das bei mir nicht?? Ich schäme (!!!) mich, dass es bei mir nicht so leicht funktioniert. Einfach Dosis richtig einstellen und gut ist… Das geht bei so vielen, aber bei mir so gar nicht.

Dosisänderung bei mir bedeutet: Symptome querbeet alles, was Schilddrüse so tun kann. Wenn ich die Dosis ändere, dann kommen erstmal zwei-drei Wochen, in denen ich alles mögliche an Symptomen durchstehen muss. Mal bin ich aufgedreht, mal totmüde; mal ist die Stimmung gut, mal miserabel; mal habe ich Herzrasen, mal viel zu niedrigen Puls; mal entspannt, mal unruhig; mal Blutdruck viel zu hoch, mal zu tief; mal ruhig, mal rastlos; mal keine Kraft, mal verkrampfte Muskulatur… etc. pp.

Bei anderen mit Unterfunktion scheint das so problemlos zu laufen. Einfach Tabletten nehmen, vielleicht ein-zweimal die Dosis anpassen und gut ist. Wieso geht das bei mir nicht?!

Der Herr Psychiater kann sich das auch nicht wirklich erklären. So wie bei mir hat er das noch nie erlebt. Ich schäme mich so so so sehr! Jeder andere kann das – nur ich natürlich wieder nicht. Nur ich heule nach Dosisänderung wieder rum und jammere über die Beschwerden…

Aber die Symptome sind echt. Ich erfinde nichts. Was passiert, wenn ich die Dosis ändere, erlebe ich wirklich. Ich übertreibe da nichts. Mir geht es mies, wenn die Dosis geändert wird. Himmel, ich merke auch, wenn ich ein anderes Präparat nehmen muss als mein gewohntes (wenn ich stationär bin, weil die „mein“ Präparat nicht haben).

Klar, der Ambulanzpsychiater nimmt das ernst. So empfinde ich es zumindest. Er stellt nicht in Frage, dass ich Symptome bekomme, wenn ich die Dosis ändere. Wie auch?! Er hat mich oft genug kurz nach Dosisänderung gesehen…

Er meint, dass ich einfach sehr empfindlich reagiere… Wie bei allen anderen Medikamenten auch… und hier vor allem, weil ich ja lange in Unterfunktion war. Der Körper kennt nichts anderes und muss sich erstmal wieder an „normal“ gewöhnen. Mag sein. Mag sehr gut sein…

Trotzdem fühle ich mich gerade wirklich erbärmlich. Nach der letzten Erhöhung habe ich mich wirlich mies gefühlt… dann etwas besser, wenn auch nicht gut… dann wieder miserabel…

Natürlich nimmt er regelmäßig Blut ab. Aber die Werte – naja. Sie schwanken sehr. Ich weiß nicht, ob ich darauf vertrauen kann… Aber worauf sonst? Soll ich Blutwerte ignorieren und nur danach gehen, wie ich mich fühle?! Das kann es doch auch nicht sein?!

11 Kommentare »