eisblau&honigsüß

Entschuldigung

Prompt kommt am Abend eine Mail der Chefin. Eine Entschuldigung-Mail.

Das überrascht mich. Hat sie sich jemals bei mir für irgendetwas entschuldigt? Ich glaube nicht.

Frustriert bin ich dann allerdings doch. Ist ja schön und gut, dass sie einsieht, dass sie eine gewisse Mitschuld am Scheitern des gestrigen Arbeitsversuchs trägt. Allerdings ist das, was sie als ihren Fehler ansieht, nicht im geringsten das Problem. Beweist mir, dass sie wirklich nicht verstanden hat, was das Arbeiten für mich derzeit so schwierig macht. Obwohl wir es lang genug besprochen haben. Ich hätte wohl genausogut mit meinem Kleiderschrank darüber sprechen können *seufz*

Aber gut. Ich will mich jetzt nicht wie ein bockiges Trotzkind verhalten. Sie hat sich entschuldigt, was ich bei ihr noch nie erlebt habe. Das ist doch schon mal was.

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Arbeitsversuch (der wievielte?)

Nein, liebe Frau Doktor, wie Sie sehen, war es absolut nicht pessimistisch, dass ich dem heutigen Arbeitsversuch Null Chancen auf Erfolg eingeräumt habe. Ich kenne meine Chefin ja schon ein wenig länger. Und ähnliche Versuche, mich wieder ins Arbeitsleben einzugliedern, gab es einige. Im Vorfeld dieser Versuche lief es genauso ab wie auch dieses Mal. Klare Absprachen bezüglich Arbeitszeiten und Aufgaben. Klare Absprachen, was geht – und was nicht geht.

Wie schon bei den letzten, so ist auch dieser Versuch wieder daran gescheitert, dass die Chefin keine einzige Absprache eingehalten hat. Keine. Einzige.

Überrascht hat mich das nicht. Hatte bei den letzten Versuchen ja auch nie auch nur ansatzweise geklappt. Ich war heute bestenfalls erstaunt darüber, dass die Chefin keine zwei Minuten benötigt hat, um alle Absprachen zu ignorieren. Das habe ich nicht erwartet – ich bin eher davon ausgegangen, dass es sich innerhalb von Tagen langsam zum kompletten Scheitern entwickeln wird. So gesehen war meine Einschätzung also sogar durchaus optimistisch.

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das Chefin-Gespräch

Ja. Überlebt habe ich es. Ich wollte gestern über dieses Gespräch schreiben. Nein, eigentlich wollte ich schon vorgestern direkt nach dem Gespräch meine Eindrücke hier festhalten. Aber es war genauso, wie es jetzt ist: ich sitze vor dem weißen Textfeld, die Finger schweben über der Tastatur, aber mein Kopf lässt absolut nichts heraus. Ich fange Sätze an, formuliere herum, lösche wieder. Ich weiß einfach nicht, was ich zu dem Gespräch sagen soll.

Sicher, ich könnte schreiben, was ich mit der Chefin besprochen habe. Aber das ist nicht das, worum es in dem Gespräch wirklich ging, nicht wahr? Es war kein Gespräch der Art, wie ich es mit dem Oberarzt hatte. Kein Gespräch, in dem offen und ehrlich und auf Augenhöhe gesprochen wurde. Mit der Chefin war es ein Gespräch, in dem alles, worauf es wirklich ankommt, irgendwo hinter den gesprochenen Worten verborgen ist.

In meinem Kopf verstehe ich, was sie wirklich gesagt hat und worum es wirklich ging. In Worte fassen ist schwierig, anstrengend. Zumal ich viel drumherum erklären müsste, damit ihr wenigstens ungefähr nachvollziehen könntet, was für ein Spiel da gerade gespielt wird… Und ganz ehrlich: Ich mag selber gar nicht darüber nachdenken. Ich verdränge lieber. Das ist zwar keine Lösung – aber besser zu ertragen.

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Gnadenfrist abgelaufen

Die Erkältung hat mir drei Tage Gnadenfrist verschafft. Die Chefin hat’s mir zum Glück nicht übel genommen, dass ich aufgrund von Krankheit abgesagt habe. Aber gebeten, dass wir baldmöglichst einen neuen Termin vereinbaren. Da ich mich heute wieder relativ gesund fühle – gibt’s heute Nachmittag ein Gespräch mit der Chefin.

Ich nehme Rasierklingen mit und Verbandszeug. Und ’ne Schachtel Tabletten. Und ’nen Strick. Ich behalte im Hinterkopf, mit welcher Busverbindung ich von dort zur Psychiatrie komme, sollte dieses Gespräch der sprichwörtliche Tropfen sein, der das ohnehin schon randvolle Fass zum Überlaufen bringt.

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geht nicht, sorry

Schließlich sage ich den Chef-Termin doch ab. So hat ein Gespräch einfach keinen Sinn. Mit Schüttelfrost und ganz wacklig auf den Beinen. Die Zahl auf dem Fieberthermometer legt nahe, dass ich ins Bett gehöre. Ausschlaggebend ist letztlich die „Sprechprobe“: mehr als ein heiseres Krächzen kommt nicht aus mir heraus.

Ich weiß nicht, ob oder wie sehr mir die Chefin die Absage übel nehmen wird. Werde ich schon noch früh genug erfahren. Falls ich bei ihr endgültig unten durch bin, weil ich mit Fieber lieber im Bett liege als ins Labor zu fahren, ist das vermutlich eh das Beste.

Und ob die Chefin mich nun wegen der Absage anmault, oder mir die Therapeutin morgen ’ne Ansage macht wegen mangelnder Selbstfürsorge… Ist doch gehupft wie gesprungen.

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