eisblau&honigsüß

Weihnachten – ohne Familienbesuch

Es ist das erste Weihnachten überhaupt, an dem ich nicht zu den Eltern fahren werde. Das habe ich ihnen eben per Mail mitgeteilt.

Ich pack es einfach nicht. Mir geht es schlecht momentan. Bin froh, wenn ich wenigstens das allernotwendigste schaffe. Mal einkaufen, mal unter die Dusche stellen… Mehr geht nicht. Geht einfach nicht.

Ich habe Angst, wie meine Eltern auf die Mail reagieren werden. Natürlich werden sie enttäuscht sein. Werden sie auch sauer sein? Mit Unverständnis reagieren? Vielleicht.

Aber, Himmel. Was soll ich denn tun? Ich schaff es nicht, in meinem momentan Zustand Zug zu fahren, stundenlang, dann tagelang bei den Eltern, wieder Zugfahren stundenlang zurück. Es ist zu viel. Es überfordert mich. Die letzten Tage und Nächte habe ich so viel geweint deswegen. Diese Überforderung, die nicht zu bewältigende Aufgabe.

Ich habe so Angst, wie meine Eltern reagieren werden. Aber was wäre denn die Alternative gewesen? Hinfahren, so ganz ohne Kraft, und tagelos leiden und leiden und leiden… Beruhigungstabletten schlucken um dort keinen Zusammenbruch zu bekommen… und zusammenbrechen, sobald ich es hinter mir habe. Das kann doch auch nicht die Lösung sein, oder?

Es ist so verflixt. Ich kann auf mich achten – und andere vor den Kopf stoßen. Oder ich achte die Wünsche anderer – und gehe selbst vor die Hunde. Irgendjemand heult am Ende immer. Manchmal kann man es nur falsch machen.

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Habt ihr schon alle Weihnachtsgeschenke gekauft?

Es ist kühler heute. Deutlich kühler als in den letzten Tagen. Jedem ist damit klar: der Winter steht vor der Tür. Und bald, bald ist dann auch Weihnachten.

Da kann man’s den Nachbarskindern nicht verübeln, dass sie fröhlich durch den Hof springen und Weihnachtslieder schmettern.

Ich geh dann mal eben den Tannenbaum aufstellen 😉

Und in etwas mehr als einem Monat werden wirklich schon die ersten Schoko-Weihnachtsmänner und Adventskalender in den Supermarktregalen stehen.

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zu Hause, und die Sache mit den ?-Anfällen

Endlich bin ich wieder zu Hause! Ich kann gerade nicht sagen, ob Weihnachten besser oder schlimmer oder genau wie erwartet gewesen ist. Aber anstrengend ist es auf jeden Fall gewesen und ich bin sehr froh, jetzt wieder in meinen eigenen vier Wänden zu sein und auch in den nächsten Tagen keine Verpflichtungen zu haben.

Getrübt wird die ich-bin-wieder-zu-Hause-Erleichterung jedoch durch das erneute Auftreten von (Störungen der Motorik? des Gleichgewichts?), die mir heute recht heftig zugesetzt haben. Die Kopfschmerzen scheinen abzuklingen, dafür scheint Willkürmotorik und Gleichgewicht zunehmend stärker beeinträchtigt zu sein. Statt nur einer oder zwei Minuten zog sich das heute deutlich länger hin. Eigentlich über Stunden, mit schwankender Intensität von „nur etwas schwierig auf den Beinen zu bleiben“ bis hin zu „ich muss mich festhalten, sonst kann ich nicht einmal aufrecht sitzen, von stehen oder gehen ganz zu schweigen“.

Ich weiß, ich weiß. Sinnvoll wäre es gewesen, noch heute einen Arzt aufzusuchen. Ich weiß auch nicht so genau, warum das für mich so gar nicht in Frage kommt. Angst vor der Untersuchung? Angst vor dem Urteil des Arztes? (Von Innenohrentzündung über Schlaganfall bis zu Multiple Sklerose könnte alles sein.) Einfach der übermächtige Wunsch, jetzt erstmal einfach nur meine Ruhe zu haben, niemanden zu sehen, nicht reden und nichts tun zu müssen? Oder vielleicht auch einfach nur die simple Erfahrung, dass nahezu alle körperlichen Beschwerden, die ich bisher in meinem Leben hatte, sich auch ohne ärztliches Zutun gebessert haben?

Anyway. Ich warte jetzt noch das Wochenende ab. Schaue, wie es da sein wird. Ob diese „Anfälle“ nochmal auftreten oder nicht. Und gehe dann vielleicht Anfang der Woche zum Arzt. Oder nach dem Jahreswechsel? Keine Ahnung.

Das ist eine neue Erfahrung für mich. Normalerweise habe ich sehr großes Vertrauen, dass der Körper die meisten Probleme selbst in den Griff bekommt. Und normalerweise kann ich auch sicher einschätzen, was der Körper alleine schafft und wann ein Arzt helfen muss. Aber dieses Mal – Ratlosigkeit. Alles ganz harmlos? Akut gefährlich? Chronisch schlimm? Keine Ahnung. Ich kenne das nicht und weiß nicht, woher das kommt. Aber ich kenne vom Studium zig mögliche Ursachen, von völlig harmlos bis zu richtig böse. Ein Arzt könnte Klarheit schaffen.

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Weihnachten, Silvester und die Tage dazwischen

Ob wir uns denn am Samstag treffen könnten? Oder vielleicht auch morgen Abend, wenn ich doch schon am Nachmittag wieder zurück sein werde? Ihr Weihnachten sei grässlich, ihr gehe es beschissen, sie würde mich gerne sehen um nicht noch tiefer in ihr Loch abzustürzen.

Ich fühlte mich verpflichtet sie zu treffen. Macht man doch so, oder? Freunde sind füreinander da. Helfen sich, wenn’s dem anderen schlecht geht.

Schließlich lehne ich ab. Schreibe, dass es mir auch nicht so toll geht und ich erstmal Zeit für mich selbst haben will, wenn ich wieder zu Hause bin.

Sie ist enttäuscht. Verstehe ich auch. Trotzdem denke ich, dass es die richtige Entscheidung war „nein“ zu sagen. Ich brauche ein paar Tage Ruhe zwischen Weihnachten und Silvester. Ich kann nicht jetzt meinen ganz persönlichen Weihnachtsstress bewältigen, mich dann direkt um die Probleme meiner Freunde kümmern und zum krönenden Abschluss gutgelaunt den Jahreswechsel feiern. Das ist zu viel. Einfach zu viel.

Ich möchte jetzt Weihnachten hinter mich bringen. Dann ein paar Tage für mich selber haben, um abschließend wirklich Spaß an der Silvesterfeier zu haben.

Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester gehören mir. Ich will die Freiheit haben, diese Tage nach meinen Bedürfnissen gestalten zu können. Ich brauche die Möglichkeit mich auszuruhen, zu entspannen, mich zu stabilisieren. Vielleicht auch einen oder zwei Tage in die Klinik zu gehen – ohne mich dafür entschuldigen zu müssen, ohne etwas absagen zu müssen, ohne die Stabilisierung um irgendwelche Verpflichtungen herumlegen zu müssen.

Ich habe meine Bedürfnisse über Weihnachten oft zurückgestellt, um anderen eine Freude zu machen und ja, auch um Erwartungen zu erfüllen. Und auch an Silvester werde ich mich auf einige Kompromisse einlassen. Das ist auch alles in Ordnung. Aber die Tage dazwischen – die brauche ich für mich.

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Bisher war es ein sehr durchwachsenes Weihnachten. Schöne Augenblicke, aber auch immer wieder Spannungen und Streitigkeiten. Ich war mehrfach kurz davor, die Geschenke einfach unter den Tannenbaum zu werfen, die Türe hinter mir zuzuknallen und nach Hause zu fahren. Zurückgezogen in meinem alten Kinderzimmer habe ich einige Tränen vergossen.

Geschlafen habe ich kaum in den beiden vergangenen Nächten. Ich fühle mich hier nicht wohl, bin dauerangespannt und unruhig. Da helfen auch die Schlafmedis wenig.

Auf die Weihnachtswünsche meiner Freunde habe ich weitgehend nicht geantwortet. Ich weiß, dass das nicht so toll von mir ist. Aber es überfordert mich. Ich habe keinen Nerv, mir schöne Worte auszudenken, und erst recht nicht, um all diejenigen aufzumuntern, für die Weihnachten bisher auch schwierig gewesen ist und die Trost und Unterstützung bei mir suchen. Weihnachten ist für mich selbst anstrengend genug – ich schaffe es nicht, jetzt auch noch Kummerkasten für andere zu sein.

Die Chefin hat mir gestern eine Email geschrieben. Laut Betreff wohl keine Weihnachtswünsche. Ich habe die Mail bisher nicht gelesen. Über Weihnachten mag ich mich nun wirklich nicht mit ihr auseinandersetzen.

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