eisblau&honigsüß

Zwischenbericht Klinik

Wann immer ich zu Hause war, hatte ich mir vorgenommen, mich hier zu melden. Aber irgendwie passiert so so sooo viel in der Klinik, ich weiß gar nicht, wie ich die Erlebnisse alle in Worte fassen soll. Ich müsste einen mehrbändigen Roman verfassen, um alles zu berichten.

Und ehrlich: an den Wochenenden bin ich eigentlich nur froh, dass ich zu Hause sein kann und meine Ruhe habe.

Die Therapie ist unglaublich intensiv. In jeglicher Hinsicht. Es wühlt auf, es tut weh, ich gehe durch die tiefsten Tiefen, weine stundenlang. Aber es gibt auch unglaublich viele schöne Momente, in denen ich einfach sein kann, mich wohl und akzeptiert fühle, lache und Spaß habe.

Das Ankommen in der Klinik war schwierig. Oder grauenhaft?! Ich war völlig überfordert, konnte nicht mehr… wurde dann auch wenige Stunden nach Aufnahme verlegt – auf die Geschlossene Psychiatrie… Es war die Hölle. Gerade angekommen, noch völlig fremd und suchend nach Halt – rausgerissen und Verlegung… Zum Glück musste ich nur eine Nacht auf der Geschlossenen verbringen. Am nächsten Morgen kam dann „mein“ Oberarzt vorbei, hat mit mir gesprochen und mich wieder auf „seine“ Station rückverlegt.

Es war einfach nur schrecklich. Ich wusste gar nicht mehr, wo ich hingehöre, hatte keine Chance, irgendwen kennenzulernen und mich einzuleben. Aufnahme, der Versuch mich einzuleben, Verlegung, wieder einleben, wieder Verlegung… Ehrlich, ich war sehr, sehr kurz davor, abzubrechen.

Geholfen hat mir meine Bezugsgruppe, die mich von Anfang an super aufgenommen hat. Und meine liebe, liebe Zimmernachbarin! Wir kannten uns noch kaum, aber wir haben beide sofort gemerkt, dass es einfach passt. Dass wir uns verstehen…

Es gibt Höhen und Tiefen. Aber das ist wohl normal. Und okay. Ja, es ist okay. Meine Bezugsgruppe ist einfach super! Wir achten aufeinander und helfen uns. Wir sind eine Gruppe, wir gehören zusammen. Wir lachen miteinander, wir weinen miteinander. Die Gruppe gibt so unglaublich viel Halt.

Es ist eine heilsame Erfahrung für mich. Akzeptiert werden. Dazu gehören. Aufgefangen werden. Auffangen können.

Dazu gehören.

Okay sein.

So, wie ich bin.

Okay sein.

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