eisblau&honigsüß

Und nu?

Es ist alles beim Alten. Die stationäre Therapie hat nichts gebracht, nichts verändert, mich nicht weitergebracht. Die Tage verfließen wie eh und je.

Ich bin traurig. Enttäuscht. Hoffnungslos. Desillusioniert.

Kann mir überhaupt geholfen werden oder bin ich einfach so kaputt, dass da nix mehr zu retten ist?

8 Diagnosen. Ja, ganze 8 Diagnosen stehen in meinem Entlassbrief. Das ist ziemlich niederschmetternd.

Gestern Abend war ich in der Psych. Habe diese ganze Scheiße nicht mehr ausgehalten. Die Dienstärztin war lieb. Ich hatte Angst, dass sie enttäuscht oder gar sauer sein würde, wenn ich so kurz nach Entlassung wieder dort aufschlage. Aber es war gut. Keine Vorwürfe. Mut machen, bestärken. Es hat gut getan, mit ihr zu sprechen.

Ambulanz-Psychiater erreiche ich nicht. Hänge in der Luft, was die Weiterbehandlung angeht. Doof.

Zehn Wochen Therapie – und alles ist wie zuvor.

Advertisements
4 Kommentare »

Entlassung

Nach 10 langen Wochen bin ich nun wieder zu Hause.

Einerseits bin ich froh, dass ich zu Hause bin. Die letzte Zeit in der Klinik war eine einzige Qual und die Entlassung fühlte sich wie eine grenzenlose Erleichterung an.

Andererseits… ist nun wieder alles beim Alten. Ich kann nicht sagen, dass mir die Klinik viel gebracht hat. Klar, ein paar schöne Erinnerngen habe ich mitgenommen. Aber sonst? Nicht viel.

Ich bin so unendlich müde und erschöpft. Enttäuscht. Frustriert.

Hoffnungslos.

2 Kommentare »

Zwischenbericht Klinik

Wann immer ich zu Hause war, hatte ich mir vorgenommen, mich hier zu melden. Aber irgendwie passiert so so sooo viel in der Klinik, ich weiß gar nicht, wie ich die Erlebnisse alle in Worte fassen soll. Ich müsste einen mehrbändigen Roman verfassen, um alles zu berichten.

Und ehrlich: an den Wochenenden bin ich eigentlich nur froh, dass ich zu Hause sein kann und meine Ruhe habe.

Die Therapie ist unglaublich intensiv. In jeglicher Hinsicht. Es wühlt auf, es tut weh, ich gehe durch die tiefsten Tiefen, weine stundenlang. Aber es gibt auch unglaublich viele schöne Momente, in denen ich einfach sein kann, mich wohl und akzeptiert fühle, lache und Spaß habe.

Das Ankommen in der Klinik war schwierig. Oder grauenhaft?! Ich war völlig überfordert, konnte nicht mehr… wurde dann auch wenige Stunden nach Aufnahme verlegt – auf die Geschlossene Psychiatrie… Es war die Hölle. Gerade angekommen, noch völlig fremd und suchend nach Halt – rausgerissen und Verlegung… Zum Glück musste ich nur eine Nacht auf der Geschlossenen verbringen. Am nächsten Morgen kam dann „mein“ Oberarzt vorbei, hat mit mir gesprochen und mich wieder auf „seine“ Station rückverlegt.

Es war einfach nur schrecklich. Ich wusste gar nicht mehr, wo ich hingehöre, hatte keine Chance, irgendwen kennenzulernen und mich einzuleben. Aufnahme, der Versuch mich einzuleben, Verlegung, wieder einleben, wieder Verlegung… Ehrlich, ich war sehr, sehr kurz davor, abzubrechen.

Geholfen hat mir meine Bezugsgruppe, die mich von Anfang an super aufgenommen hat. Und meine liebe, liebe Zimmernachbarin! Wir kannten uns noch kaum, aber wir haben beide sofort gemerkt, dass es einfach passt. Dass wir uns verstehen…

Es gibt Höhen und Tiefen. Aber das ist wohl normal. Und okay. Ja, es ist okay. Meine Bezugsgruppe ist einfach super! Wir achten aufeinander und helfen uns. Wir sind eine Gruppe, wir gehören zusammen. Wir lachen miteinander, wir weinen miteinander. Die Gruppe gibt so unglaublich viel Halt.

Es ist eine heilsame Erfahrung für mich. Akzeptiert werden. Dazu gehören. Aufgefangen werden. Auffangen können.

Dazu gehören.

Okay sein.

So, wie ich bin.

Okay sein.

2 Kommentare »

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Ja, was nehme ich eigentlich in die Klinik mit? So lange ist es jetzt bis zur Aufnahme nicht mehr angst angst angst

Manche Dinge sind natürlich klar. Dass ich mir Kleidung mitnehme, beispielsweise, ist wohl selbstverständlich. Wobei ich auch da unsicher bin, was ich mitnehmen soll. Kleidung, wie ich sie anziehen würde, wenn ich mich in die Öffentlichkeit begebe? Oder (auch) bequemes Zeugs, wie ich es zu Hause gerne trage – Sweathose und abgetragener Wohlfühl-Kuschelpulli? Lieber vermehrt kurze Sachen oder lieber lange? Kann ich da offen mit den Narben umgehen? (Keine frischen Wunden! Nur Narben.) Darf ich das dort? Traue ich mich das?

Ist es peinlich, wenn ich meine Schmusedecke mitnehme? Und ein Stofftier?

Und was ziehe ich dort überhaupt zum Schlafen an?! Zu Hause trage ich nachts meist nur Slip und Top. Ich glaube, für die Klinik nehme ich lieber doch eine Schlafanzugshose mit. Nur in Höschen fühle ich mich zu nackt. Und vielleicht auch irgendein bequemes Shirt. Spaghetti-Top finde ich zwar am bequemsten, aber dann sieht man die vernarbten Schultern. Weiß nicht, ob ich das kann…

Und was ist mit dem allseits so beliebten Thema „Skills“? Kommt das komisch, wenn ich mir z.B. einen Igelball mitnehme? Oder den Inhalierstift, der mich sowieso immer und überall begleitet? Eigentlich soll ich da ja auch lernen, mit Anspannung usw. zurecht zu kommen. Also wäre es doch förderlich, wenn ich die Sachen einpacke, von denen ich weiß, dass sie helfen. Oder ernte ich damit am Ende komische Blicke?

Handtücher und Bettwäsche darf, aber muss ich nicht mitbringen. Werde ich wohl lieber von der Klinik nehmen. Ich muss eh noch überlegen, wie ich mein Gepäck am besten transportiere. Für einen so langen Klinikaufenthalt kommt doch einiges zusammen, und wenn man auf öffentlichen Verkehr angewiesen ist, nimmt man lieber nur das Nötigste mit…

Irgendwie würde ich mir gerne „Nervennahrung“ mitnehmen. Schoko, Nüsse oder so. Trau ich mich aber irgendwie nicht?!

Hygienezeugs ist eh klar. Wobei ich auch da unsicher bin. Nehm ich das bisschen, was ich an Make-Up nutze, mit, oder lieber nicht? Ich laufe oft ungeschminkt rum, und im Krankenhaus muss ich sowieso nicht toll ausschauen… andererseits – wenn dann alle anderen Mädels sich schminken, komm ich mir bestimmt erst recht hässlich vor.

Oh, und Medikamente. Viel brauche ich ja mittlerweile nicht mehr, und das meiste sind gängige Medis, die sie dort auch haben (danach habe ich mich schon erkundigt). Das einzige wären die Allergie-Tabletten. Das hatte ich ganz vergessen zu fragen, ob sie die haben. Und die brauche ich momentan wirklich. Lieber mal einpacken? Sicher ist sicher.

Was habt ihr so für Erfahrungen? Was braucht man unbedingt, was ist überflüssig? Bin dankbar um jeden Tipp… 🙂

15 Kommentare »

das Vorgespräch

Vorgestern hatte ich das Vorgespräch in der Klinik, für die ich mich interessiere. Ich muss gestehen: meine Panik vor diesem Termin war völlig unnötig.

Die Fahrt dorthin hat gut funktioniert und auch die Klinik habe ich sofort gefunden. Auf dem Klinikgelände habe ich mich erstmal null orientieren können, aber die Dame an der Pfote war sehr nett und hat mir eine gute Wegbeschreibung gegeben um zu dem Gebäude zu kommen, in dem ich mich melden sollte.

Dort angekommen war auch alles sehr unkompliziert. Anmelden, mitgebrachte alte Briefe abgeben, Fragebögen bekommen, die ich ausfüllen sollte, alles sehr freundlich und ohne Druck oder sonstwas.

Fragebögen ausgefüllt, abgegeben, ein paar Minuten gewartet. Der Oberarzt kam dann persönlich um mich zum Gespräch abzuholen. Wir mussten durch ein paar Gebäude und Treppenhäuser zu seinem Büro laufen – auf dem Weg dorthin hat er schon mit mir gesprochen, Smalltalk… auf eine Art und Weise, die mir das Gefühl gegeben hat, dass ich vertrauen kann.

Im Gespräch war es dann genauso: ich hatte nie das Gefühl, „verhört“ oder „ausgefragt“ zu werden. Er hat mir immer das Gefühl gegeben, dass ich alles sagen kann, was ich möchte, aber nichts sagen muss… Und vor allem: dass er mich nicht bewertet. Dass er einfach nur daran interessiert ist, wer ich bin, wie ich bin… völlig wertneutral. Im Großen und Ganzen war es erstaunlich einfach für mich, mit ihm zu reden.

Schwierig war nur die Frage nach dem Trauma… Das hat er aber auch schnell gemerkt und hat nicht allzu tief nachgebohrt… Nur ganz grob abgeklärt, was passiert ist… ohne Details zu erfragen… wichtig schien ihm nur zu sein, dass es „vorbei“ ist, dass ich nicht weiterhin missbraucht werde, dass kein Kontakt mehr zu den Tätern besteht.

Irritierend fand ich die Frage nach Dissoziation. Ich habe ihm erzählt, dass ich eigentlich permanent dissoziiere… dass mir immer alles sehr unwirklich, irreal, wie im Traum vorkommt… Daraufhin hat er mich sehr seltsam angeschaut, ich kann es nicht genau beschreiben… ich weiß nicht, was ihm dabei durch den Kopf ging…

Anyway.

Nach dem Gespräch bot er mir an, dass ich mir noch die Station anschauen könne. Aus organisatorischen Gründen müsste ich allerdings ein bisschen warten. Ich fand das ganz gut – ein bisschen Zeit, um mir die Klinik anzuschauen, ein Gespür für die Atmosphäre dort zu bekommen… Zu gucken, was mein Bauchgefühl sagt…

Ich bin bis zur Stationsbesichtigung ein wenig durch die Klinik und das umliegende Gelände gestreift. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt… Ich kann es nicht wirklich beschreiben. Nur, dass ich mich sicher gefühlt habe, keine Angst hatte… Alles war hell und freundlich und beruhigend.

Die Stationsbesichtigung… Naja. Eher enttäuschend, würde ich sagen. Im Grunde habe ich von der Station herzlich wenig gesehen. Ich habe nur kurz mit einer Pflegerin gesprochen… Da wurde mir dann auch gesagt, dass ich in regelmäßigen Abständen anrufen (!) muss damit sie wissen, dass ich nach wie vor Interesse an der stationären Behandlung habe… Telefonieren ist für mich leider extrem angstbesetzt… Als ich das hörte, habe ich dissoziiert… die Pflegerin hat mich angefasst um mich zurückzuholen, was für mich ein absolutes No-Go ist… Schlussendlich bin ich in Panik geraten und weggelaufen… War nicht so toll, kopflos in einer fremden Stadt wegzulaufen, irgendwann zu mir zu kommen, festzustellen dass ich null Plan habe wo ich bin… Aber egal. Irgendwie habe ich es geschafft mich wieder zu orientieren und zurück nach Hause zu kommen… Heute Früh musste ich dann anrufen… Fragt nicht wie, aber ich habe es geschafft… Jetzt stehe ich auf der Warteliste und ich denke, dass mir die Behandlung dort wirklich helfen könnte…

Nun ja. Jetzt stehe ich auf der Warteliste. Die Wartezeit dort ist relativ kurz – zwei Monate………. Mal schauen……..

3 Kommentare »