eisblau&honigsüß

Exmatrikulation: Update

Nach dem Schock mit der drohenden Exmatrikulation scheint sich so langsam doch alles zum Guten zu wenden.

Die Klinikmenschen haben Wort gehalten und sich um die Angelegenheit gekümmert. Bzw. die Ärzte haben sich um mich gekümmert und die Sozialarbeiterin hat mit der Uni Kontakt aufgenommen.

Ein „Rechtfertigungssgespräch“ vor dem Prüfungsausschuss wird mir wohl erspart bleiben und darüber bin ich wirklich froh. Der schriftliche Widerspruch gegen die Exmatrikulation sowie Antrag auf Verlängerung meiner Studiendauer sind gestellt. Die Reaktion vom Prüfungsausschuss, die ich daraufhin erhalten habe, klingt schon mal ganz gut. Prinzipiell ist es möglich, dass ich weiterstudieren darf, sofern ein Arzt die krankheitsbedingten Einschränkungen bestätigt. Das sollte aber nun wirklich kein Problem sein – der Herr Psychiater wird mir dazu selbstverständlich ein Attest schreiben.

Puh!

Noch ist das zwar nicht endgültig geregelt, weswegen ich auch noch nicht wirklich aufatmen kann. Aber ich fange doch an zu glauben, dass das gutgehen wird und ich nicht in ein paar Wochen von der Uni rausgeworfen werde.

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Exmatrikulation

“ blabla… für die Rückmeldung zum Wintersemester gesperrt… blabla“

Nachfrage beim Studiensekretariat. Sehr unfreundliche Frau. „Regelstudienzeit… blabla… weit überzogen… blabla… mit Ende dieses Semesters exmatrikuliert… blabla.“

Wie im Taum (einem schlechten Traum) taumele ich nach draußen. Das war’s also? Mein Traum vom Studium. Die vielen vielen Kämpfe, um meinen Traum zu verwirklichen. Aus Ende Vorbei.

Zu krank. Zu gestört. Nicht die erforderlichen Leistungen geschafft. Zu schwach. Versagerin, Versagerin, Versagerin. Versagerin!

Keine Rückmeldung mehr möglich. Kein weiteres Semester.

Ein paar Wochen habe ich noch, bis Ende September, bis das Sommersemester vorbei ist. Solange bin ich noch immatrikuliert. Und dann – Ende.

Tränen. Bitterheiße Tränen.

Psychiatrie.

Sie reden auf mich ein. Ich höre ihre Worte, der Sinn kommt kaum durch. „Chronische Erkrankung… Attest… Härtefall… Sozialarbeiter… bestimmt noch Möglichkeiten…“

Ich nicke ab und zu. Die meiste Zeit starre ich blicklos aus dem Fenster. Bäume und Himmel, grün und blau. Schön. Beruhigend. Das Gerede wie Wellenrauschen im Hintergrund. Ohne Inhalt, aber beruhigend. Die Welt stürzt ein, aber ich bin hier, in dieser grünblauen Welt mit Wellenrauschen. Alles ist gut. Alles ist gut.

Später, viel später. Viele Tränen später. Viel Verzweiflung später.

Nochmal Gespräche, in der grünblauen Wellenwelt. Keine Hoffnung, aber Gleichgültigkeit. „Wir können natürlich nicht über Ihren Kopf hinweg etwas machen. Aber wenn Sie zustimmen…?!“ Ich nicke. Keine Ahnung, worum genau es geht. Dass sie mit der Uni Kontakt aufnehmen dürfen? Dass sie die Sozialarbeiterin hinzuziehen dürfen? Irgendwie sowas wird es wohl sein. Sollen sie mal machen. Zu verlieren habe ich nichts. Jetzt nicht mehr. In dieser grünblauen Wellenwelt kann ich für immer bleiben.

Viel viel später. Zu Hause. Konfuse Erinnerungen. Terminzettel in der Hand. Ein vages Gefühl, dass die Welt doch nicht untergeht. Dass ich nicht alleine bin. Dass sie mir helfen.

Schlafen. Ich muss schlafen. Auch wenn es mitten am Tag ist. Overload. Zu viele Gedanken, viel zu viele Gefühle. Schlafen. Schlafen. Schlafen.

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Ähm, okayyyy…?

Der nächste Termin bei der Studi-Beratungsstelle ist nächste Woche. Wieder bei der Dame, mit der ich schon das letzte Mal gesprochen habe. Ich bin – irritiert.

Wir hatten doch vereinbart, dass ich mit der Leiterin der Beratungsstelle spreche, einfach weil sie sich besser auskennt und mir eher helfen kann. Warum bekomme ich jetzt also wieder einen Termin bei der Beraterin? Wieso nicht – wie vereinbart – bei der Leiterin?

Klar, einfachste Erklärung: die Leiterin ist eben die Leiterin und hat dementsprechend vermutlich viel zu tun. Einfach keine Zeit für einen Termin, jedenfalls nicht ohne wochenlanges Warten.

Vielleicht haben sie aber auch besprochen, dass ich bei der Beratungsstelle komplett falsch bin und doch bitteschön woanders Hilfe suchen soll. Vielleicht dient der nächste Termin nur dazu mir mitzuteilen, dass ich einfach verschwinden und selbst klarkommen soll.

Vielleicht haben sie entschieden, dass sie mir doch nicht bei der Therapeutensuche helfen werden und ich nur ein bisschen Beratung bekomme bezüglich typischer Studium-Probleme.

Vielleicht… mir fallen hunderte Möglichkeiten ein.

Vielleicht. Vielleicht. Vielleicht.

Mich verunsichert es sehr, wenn irgendetwas nicht so gemacht wird, wie es besprochen und vereinbart wurde. Ich weiß nicht, was ich davon halten und wie ich es einordnen soll. Es gibt natürlich immer naheliegende, harmlose Erklärungen. Mein Kopf denkt sich aber viel lieber negative Szenarien aus…

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typisch Uni

Es ist so typisch Uni. So verdammt typisch und vorhersehbar, dass ich nicht weiß, ob ich lachen oder heulen soll. Alles ist reglementiert, so sehr, dass keiner wirklich durchblickt.

Man hat einen zweiten Versuch für die Masterarbeit. Steht in der Rahmen-PO. „Näheres regelt die studiengangsspezifische PO.“ Dort steht weitgehend das gleiche, nur eben andersrum – „Näheres regelt die Rahmen-PO“.

Im Grunde steht nirgendwo, wie das denn nun genau läuft mit dem Zweitversuch. Der Studiengangsberater weiß es nicht. Der Typ vom Studiensekretariat auch nicht. Reicht es, wenn ich einfach die Frist für den Erstversuch verstreichen lasse? Wird das dann als „nicht bestanden“ gewertet und ich bekomme automatisch den Zweitversuch zugestanden? Oder müssen meine Prüfer vom Erstversuch Stellung nehmen? Oder mein neuer Prüfer? Oder gar der Prüfungsausschuss? Und welche Fristen gelten dann überhaupt für die Anmeldung des Zweitversuchs? Reicht das überhaupt um das Extern-Verfahren fristgerecht durchzubekommen? Und überhaupt und sowieso.

So viele Fragen, so wenig klare Angaben. So typisch für die Uni.

Und ich – ich bin mal wieder in dieser blöden Situation, die ich so gar nicht ausstehen kann: zum Abwarten verdammt. Bis ich entweder vom Studiengangsberater oder vom Studinesekretariat was höre. Die wollen sich erkundigen, wie ich denn nun genau vorgehen muss, um auch wirklich ganz sicher einen Zweitversuch machen zu dürfen. Tut mir leid, aber ich bin nicht der Typ, der sich jetzt entspannt zurücklehnt und sagt: „Gut, dann mal abwarten.“ Ich will Bescheid wissen. Ich will keine Ungewissheit. Ich will selber was machen. Ich will mich nicht auf andere verlassen müssen.

Aber ich kann jetzt nicht mehr tun als abwarten. So doof das auch für mich ist. Abwarten. Und aushalten, dass ich nicht mehr tun kann.

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zweites Vorstellungsgespräch

Vorhin war ich nochmal in dem Labor, in dem ich meine Masterarbeit machen werde. Zweites Vorstellungsgespräch, sozusagen. Nachdem ich den Arbeitsgruppenleiter kennengelernt und er mich angenommen hatte, wollte auch die Ärztin, an deren Projekt ich mitarbeiten werde, mich mal kennenlernen. Sichergehen, dass ich wirklich geeignet bin. Bin ich wohl. Sie hat keinen Einspruch erhoben, dass ich meine Masterarbeit dort machen werde.

Also ist von der Labor-Seite aus jetzt wirklich alles in trockenen Tüchern. Muss nur noch die Uni zustimmen. „Nur“, haha. Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine Ahnung, wie ich vorgehen muss. Meine alte Masterarbeit läuft ja offiziell noch weiter (mit ärztlichem Attest immer wieder verlängert, aber nie abgebrochen). Ich fühle mich überfordert, weil ich so gar keinen Plan habe, wie ich jetzt vorgehen muss, und auch niemanden kenne, der das auch hinter sich hat. Wie mache ich ein sauberes Ende unter den Erstversuch? Muss ich das irgendwem melden, begründen? Brauche ich die Zustimmung meiner Betreuerin vom Erstversuch? Vom Prüfungsausschuss? Oder einfach die nächste Frist verstreichen lassen und damit ist alles automatisch wieder auf Anfang? Welche Frist gilt dann für die Anmeldung des Zweitversuchs? Muss ich schon vorher den Extern-Antrag schreiben oder reicht das noch, wenn ich schon im Labor bin? Fragen über Fragen.

Vermutlich ist deswegen der Selbstverletzungsdruck nach dem heutigen zweiten Kennenlerngespräch so enorm hochgeschossen: jetzt muss ich mich mit den bürokratischen Fragen auseinandersetzen. Jetzt kann ich mich nicht mehr damit herausreden, dass die Ärztin vielleicht doch was gegen mich haben könnte und eh alles wie eine Seifenblase zerplatzen wird. Kann die Bürokratie nicht mehr aufschieben, weil die Ärztin ja doch noch alles kippen könnte. Keine Ausflüchte mehr.

Vielleicht werde ich (mal wieder) die Hilfe der Sozialarbeiter in Anspruch nehmen. Irgendwie komme ich mir zwar immer sehr erbärmlich vor, wenn ich wegen Uni-Problemen die Sozialarbeiter um Hilfe bitte (schließlich schaffen so viele ihr Studium ohne Sozialarbeiter!), aber letztlich sind sie ja dafür da. Also warum verzweifeln, wenn es Hilfe gibt… Ich habe genug Schwierigkeiten, mit denen ich zurecht kommen muss. Es ist okay, mir helfen zu lassen. Egal, bei was.

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