eisblau&honigsüß

unangemessen

Woran ich merke, dass ich krank bin? Z.B. daran, dass ich auf eine SMS mit der Bitte, heute Abend noch was zu Trinken und zu Knabbern mitzubringen, mit Selbstverletzung und Suizidgedanken reagiere.

Das ist wirklich keine angemessene Reaktion.

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auf sich beruhen lassen

Es juckt mich in den Fingern, eine Antwort auf die Stellungnahme des Chirurgen zu schreiben. Ich hasse es, sowas einfach stehen zu lassen. Ich will, dass er seinen Fehler zugibt. Ich will, dass er sich entschuldigt. Ich will, dass er seine Unterstellungen zurücknimmt und sich auch dafür noch einmal entschuldigt – dafür, dass er mich als Lügnerin darstellt.

Ich will, dass er die Kritik annimmt und dass er lernt. Ich will, dass er einen Moment innehält und sich in meine Lage versetzt.

Denn er hat nichts verstanden. Nichts. Er hat die Kritik nicht angenommen, er hat mir nicht „zugehört“, nicht einmal ansatzweise.

Ich versuche, meinen Frieden damit zu finden, aber ich kann nicht. Es regt mich noch immer so sehr auf, was er geschrieben hat. Es ist einfach nicht fair. Ich habe gesagt, dass ich Betäubung will. Und er hat das auch gehört, denn er hat darauf geantwortet. Mir jetzt zu unterstellen, ich hätte nichts gesagt, ist einfach – einfach beschissen. Es stimmt nicht. Ich weiß, was ich gesagt habe, und er weiß es auch, verdammt nochmal.

Wieso gibt er das nicht einfach zu? Wieso sagt er nicht einfach: „Ja, ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe mich falsch verhalten. Das tut mir leid.“ Mehr will ich doch gar nicht. Wirklich, er müsste sich nur entschuldigen, und die Sache wäre okay.

Fehler machen ist menschlich. Jeder verhält sich ab und zu mal falsch. Man ist kein schlechterer Mensch deswegen. Und es ist doch auch eher ein Zeichen von Stärke, wenn man Fehler zugibt und sich entschuldigt. „Entschuldigung“ zu sagen ist keine Erniedrigung. Im Gegenteil: Menschen, die Kritik annehmen und sich entschuldigen können, achte ich mehr als solche, die das nicht tun.

Ich würde ihm gerne erklären, was bei dieser Behandlung in mir vorgegangen ist. Aber das ist vergebliche Mühe. Es interessiert ihn nicht. Er will es nicht verstehen und er wird niemals zugeben, dass nicht alles allein meine Schuld ist. Er wird sich niemals entschuldigen.

Es ist grässlich für mich. Ich will es nicht so stehen lassen, will es nicht einfach auf sich beruhen lassen. Aber ich weiß auch, dass ich bei ihm nichts erreichen kann, egal was ich ihm als Antwort schreibe.

Ich habe Recht, aber er wird es niemals zugeben. Ich werde eine Lügnerin bleiben.

Alles beim Alten. Alles wie immer. Alles wie früher.

Vielleicht sollte ich mich töten und ihn in meinem Abschiedsbrief herzlichst grüßen. Vielleicht versteht er dann.

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vielleicht ein Teilerfolg

Beeidruckend: ein Wintergewitter. Schneesturm mit Blitz und Donner. Großartig! =)

Leider versetzt es auch meiner Motivation, das Haus zu verlassen, einen ordentlichen Dämpfer. Vielleicht ist es nachher wieder schöner draußen. Bis dahin in Ruhe Kaffee trinken, bloggen und später den notwendigen Papierkram sortieren. Und dann raus gehen – schöne Dinge tun, nervige Dinge erledigen.

Weiterleben.

Scheiß auf den Brief.

Gestern Abend habe ich T. von dem Brief erzählt. Es hat gut getan, über diese Geschichte zu sprechen. Bloggen ist zwar auch eine hilfreiche Ausdrucksform, aber richtiges Reden ist doch etwas Anderes.

Die ursprünglichen Gefühle von Schuld und Scham, Selbsthass und Selbstverachtung ebben allmählich ab. Wut dominiert. Wut und Entrüstung und ein bisschen Enttäuschung. Seine Antwort war für mich nicht zufriedenstellend. Er behauptet Dinge, die einfach nicht wahr sind. Leugnet und weist jegliche Schuld von sich. Kein Wort der Entschuldigung, denn aus seiner Sicht (und nur aus seiner!) bin ich selber schuld an allem. Arschloch.

Trotzdem empfinde ich auch ein bisschen Genugtuung. Der Gedanke daran, dass der Vorfall im Ärzteteam besprochen wurde und er sich somit vor seinen versammelten Kollegen und seinem Chef rechtfertigen musste – gefällt mir. Und dass er über die zusätzliche Schreibarbeit der schriftlichen Stellungnahme vermutlich nicht sonderlich erfreut gewesen sein dürfte…

Vielleicht war die Beschwerde auch nicht vergebliche Mühe. Sicher, dieser Arzt hat nichts daraus gelernt. Er will keine Fehler einsehen und verbaut sich somit die Möglichkeit, sein Handeln zu verbessern. Das ist schade, finde ich. Aber da es ja im Ärzteteam besprochen wurde, ist vielleicht der eine oder andere der Chirurgen etwas sensibilisiert worden. Und wenn nur ein einziger der Ärzte dort in Zukunft vorsichtiger mit Borderline- bzw. Psychiatrie-Patienten umgeht, dann hat es sich gelohnt.

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ein bisschen happy end

Immerhin nimmt dieser Tag ein schönes Ende. Verspätete Weihnachtsgeschenke, reden, lachen, kuscheln, Sex (und dieses Mal sogar ein bisschen genießen können).

Planungen für den Jahreswechsel. Das wird das erste Mal seit ichweißnichtwann, dass ich Silvester feiern und nicht schlafend im Bett verbringen werde. Und ich freu mich drauf 🙂

Was den Brief angeht: Er regt mich noch immer auf und mir kommen immer noch ein paar Tränen, ab und zu. Es macht mich wütend und verletzt mich, dass er nicht einmal den Mut hat zuzugeben, dass er Scheiße gebaut hat. Dass er sich nicht für sein Handeln entschuldigt. Sondern Dinge behauptet, die nicht stimmen, und die mich wie eine Lügnerin dastehen lassen.

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noch ein Schlag

Mit Dr. B. werde ich auch nie wieder sprechen können. Nie nie wieder. Der einzige von den Ärzten dort, dem ich wirklich vertraut habe.

Weg.

Ach fuck.

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