eisblau&honigsüß

noch zwei Stunden

Okay. Jetzt sind es noch etwa zwei Stunden bis zum Beratungstermin. Wie geht’s mir gerade? Kritisch. Eine treffendere Bezeichnung fällt mir nicht ein.

Geschlafen habe ich letzte Nacht fast gar nicht. J. vermutlich auch nicht. Gestern ging viel Zeit dafür drauf, sie zu beruhigen. Sie ist sehr nervös und sehr angespannt wegen des Termins. Verstehe ich gut. Würde mir auch so gehen. Ach, fuck, mir geht es auch so! Nur nicht ganz aus den Gründen, die bei ihr eine Rolle spielen.

Anyway. Der Termin steht fest und da gehen wir nachher auch hin. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich während des Termins „funktionieren“ kann. Die starke, zuversichtliche, selbstsichere Freundin. Mein Innenchaos wird so lange ganz ganz weit weggepackt.

Angst habe ich vor dem nach-dem-Termin. Was passiert, wenn ich J. wieder zurück in die Klinik begleitet habe und nicht mehr stark sein, nicht mehr funktionieren muss?

Nun, hellsehen kann ich nicht. Ich werde also abwarten müssen und gucken, wie es mir danach geht. Geplant habe ich, dass ich auf keinen Fall direkt nach Hause gehe. Erstmal einen gaaanz langen Spaziergang machen. Das tut immer gut.

Notfalls in die Klinik. Dr. H. ist da. Er weiß, dass heute dieser Termin ansteht. Er weiß, dass es mir danach vielleicht nicht ganz so gut gehen wird. Er wäre nicht allzu überrascht, wenn ich heute in die Klinik käme – und viel erklären und erzählen müsste ich ihm auch nicht mehr. Er weiß ja Bescheid.

Advertisements
Hinterlasse einen Kommentar »

ausfallende Termine – von Katastrophe bis Egal

Ich verstehe nicht, warum es mich manchmal massivst stresst, wenn Termine ausfallen, und manchmal absolut gar nicht.

Als die Therapeutin die letzten Termine absagte, ging bei mir gar nichts mehr. Ich war unfähig aus meinem Tagesplan einfach den Termin rauszustreichen und dann wie geplant weiterzumachen. Nach den Terminabsagen saß ich jedesmal eine Weile wie betäubt vorm Monitor und starrte die Mail an. Die Tage verbrachte ich wie gelähmt, unfähig irgendwas zu unternehmen, nur Zeit totschlagen und bis zum Abend warten.

Genauso ist es bei Freunden. Wenn ich verabredet bin und aus welchen Gründen auch immer dann doch abgesat wird, falle ich auch erstmal in ein tiefes Loch und bekomme nichts Produktives mehr auf die Reihe.

Als gestern Früh der Ambulanzpsychiater unseren Termin absagte, hat mich das kein bisschen durcheinandergebracht. „Ah, okay, Termin fällt aus. Und jetzt weiter im Programm…“

Ich weiß nicht, woran das liegt? Mir sind sowohl die Termine bei der Therapeuten als auch beim Psychiater wichtig. Die Termine sind immer Fixpunkte in meinem Leben. Die Absage vom Psychiater kam gestern auch sehr sehr kurzfristig (knapp zwei Stunden vor dem Termin). Und trotzdem war das für mich kein Problem, dass der Termin ausfällt. Als die Therapeutin unlängst Termine absagte, hatte ich völlig den Boden unter den Füßen verloren.

Ich versteh mich da selbst nicht.

5 Kommentare »

ausfallende Termine

Ich verstehe nicht, wieso es mich immer so aus der Bahn wirft, wenn Termine kurzfristig ausfallen. So wie die Therapie gestern, die von der Psychologin knapp eine Stunde vor dem Termin abgesagt wurde, weil sie krank ist. Wobei „abgesagt“ nicht das richtige Wort ist. „Verschoben“ trifft es besser, denn ich habe direkt einen Ersatztermin für morgen bekommen.

Trotzdem saß ich dann gestern Früh erstmal eine Weile heulend zu Hause, war völlig aufgewühlt und durcheinander, und habe mich so hilflos gefühlt.

Warum? Ich finde meine Reaktion übertrieben. Nur, weil ein Termin krankheitsbedingt verlegt wird… Gut, es war sehr kurzfristig, aber trotzdem ist das doch kein Grund, den Boden unter den Füßen zu verlieren und den ganzen Tag planlos durchs Leben zu stolpern.

Die Therapiestunden sind momentan enorm wichtig für mich. Die Termine geben mir Halt. Und selbst wenn ich sofort einen neuen Termin bekommen habe, so ist gestern Früh eben doch etwas weggefallen, das ich für den Tag felsenfest eingeplant und an das ich mich geklammert hatte. Auch wenn der Kopf weiß, dass der Termin nur um zwei Tage verschoben wurde – die Gefühle haben das eben nicht ganz so schnell begreifen können.

2 Kommentare »

Vielleichts

Na wunderbar, jetzt habe ich genau die Situation, vor der ich schon letzte Woche Angst hatte, als Dr. H. den Termin wegen Krankheit abgesagt hat. Wir haben keinen neuen Termin vereinbart. Heißt das nun, dass er mich nicht sehen will? Keine Zeit für mich hat? Oder geht er davon aus, dass ich wie gewohnt heute Nachmittag zum Gespräch zu ihm kommen werden? Dass ich einfach von einem „Termin“ ausgehe, zur üblichen Zeit am üblichen Ort?

Ich bin so unsicher, was ich jetzt machen soll. Nicht hingehen – war ja kein Termin vereinbart? Hingehen – und möglicherweise mit einem „Was wollen Sie denn hier?!“ wieder weggeschickt werden?

Die ganze Zeit schon starre ich aufs Handy und hoffe, dass es klingelt. Dass Dr. H. anruft und kurz Bescheid gibt, wie er sich das jetzt vorstellt. Selber anrufen bekomme ich nicht hin – ich habe seine direkte Durchwahl nicht, und auch wenn meine Telefonphobie sich langsam bessert, so ist es doch nach wie vor der absolute Horror, auf gut Glück irgendwo in der Klinik anzurufen und mich werweißwieoft weiterleiten zu lassen…

Gestern Nachmittag hatte ich einen entgangenen Anruf mit unbekannter Nummer. Das könnte er gewesen sein. Könnte. Vielleicht. Hilft mir aber auch nicht viel weiter, denn selbst wenn er da versucht hat, mich zu erreichen, weiß ich ja nicht, was er mir sagen wollte. „Morgen Termin!“ oder „Kommen Sie bloß nie wieder!“ oder „Morgen geht nicht, kommen Sie bitte an Tag XY!“

Nach dem letzten Termin bin ich mir eh nicht sicher, ob ich ihn überhaupt sehen will. In manchen Momenten kann ich das nächste Gespräch kaum erwarten. In anderen Momenten kocht die Wut wieder hoch und ich will nie, nie wieder mit ihm sprechen.

Vielleicht wäre es leichter, einfach heute Mittag hinzugehen bzw. nicht hinzugehen, wenn ich wüsste, was ich eigentlich will. Unentschlossenheit macht Unsicherheit nicht unbedingt besser.

Gewissermaßen bin ich auch ein bisschen froh, dass ich nichts von ihm gehört habe. Es gibt keinen klar vereinbarten Termin, also muss ich auch gar nicht entscheiden, ob ich hingehe oder nicht. Ich schiebe einfach Dr. H. die Entscheidung zu. Wenn er mich unbedingt wieder sehen will, soll er sich melden. Wenn nicht, dann nicht.

Und vielleicht macht er das umgekehrt genauso. Er weiß ja, dass mir das letzte Gespräch sehr gegen den Strich ging und ich nach solchen Vorfällen dazu neige, mich erstmal eine Weile zurückzuziehen. Vielleicht meldet er sich nicht, weil er mir Zeit geben will und davon ausgeht, dass ich mich schon mit ihm in Verbindung setze, wenn ich wieder gesprächsbereit bin.

Vielleicht ist er auch nur genervt und angekotzt von mir und hofft, dass er mich los ist. Vielleicht bin ich ihm zu anstrengend geworden. Zu schwierig. Zu nervenaufreibend. Könnte ich verstehen. (Wieso kann ich eigentlich immer so gut verstehen, wenn mich jemand nicht sehen will?).

Himmel, ich habe wohl noch nie so viele „Vielleichts“ in einem einzigen Artikel untergebracht. Und das ätzende daran ist, dass die ganzen Vielleichts auch in meinem Kopf sind und mich ganz durcheinander machen 😦

7 Kommentare »

Hallöchen, hier spricht Ihr Arzt

Halbwegs nüchtern realisiere ich, dass ich vorhin sturzbetrunken mit Dr. H. telefoniert habe. Oh Himmel! Was der jetzt wohl denken wird… Mit Tablettenintox hat er mich schon erlebt, wenn ich so in die Klinik kam. Aber sturzbetrunken am Telefon… Und das am Nachmittag… Mal was Neues *hüstel*

Ich wollte ja zum Termin gehen. Ich hatte es wirklich vor. Aber als der Wecker klingelte, war ich so dicht, dass ich mich nicht aus dem Bett bewegen wollte. Wecker ausgemacht und weitergeschlafen, bis das Handy klingelte. „Unbekannter Anrufer“ – okay, vermutlich T., also mal drangehen. Genug Alkohol im Blut um den Mut zum Telefonieren aufzubringen. „Hallo, Dr. H. hier, von der Psychiatrie“ – na wunderbar.

Neuen Termin für morgen vereinbart. Ich habe so Angst davor. Ich schäme mich, weil er mich so völlig betrunken am Telefon hatte. Wie soll ich ihm nur morgen wieder unter die Augen treten? Es ist mir so peinlich.

(Und doch – fühlt es sich gut an, dass er angerufen hat, als ich nicht zum Termin kam. Dass er nachfragt, wo ich bin, wie es mir geht. Dass er sich Sorgen um mich macht. Dass ich nicht egal bin.)

Die Fragen, die er morgen stellen wird. Was soll ich darauf antworten? Wenn ich doch über den wahren Grund nicht sprechen kann, wie soll ich dann erklären, dass ich seit Samstag Früh nahezu permanent Alkohol-betäubt bin? Und wie zur Hölle soll ich morgen bis zum späten Nachmittag nüchtern bleiben, mit all den Gedanken und Gefühlen und Bildern im Kopf, die sich so herrlich mit Alkohol wegspülen lassen!?

10 Kommentare »