eisblau&honigsüß

(fast) ein Delphin

„Mama, Mama, guck mal! Der Fisch da sieht fast aus wie ein Delphin!!“, hörte ich heute im Tierpark einen kleinen Jungen begeistert rufen, während er mit großen Augen einen Sterlet im Aquarium bestaunte.

Ja, doch, mit ein bisschen Phantasie sehen sich die beiden Tiere zum Verwechseln ähnlich 😀

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fliegen können

Ich bin noch immer in dieser unheimlich-tollen euphorischen Stimmung. Fühle mich ganz high und berauscht, als ob ich irgendwelche Drogen genommen hätte. Hab ich aber nicht. Mein Körper schafft’s offenbar auch alleine, solche Zustände zu produzieren.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich unschlüssig bin, was ich von dieser Euphorie halten soll (Hypomanie?). Ich genieße sie, natürlich. Ich kann gar nicht anders als mich super zu fühlen. Aber mir geht es so gut, dass es einfach schon nicht mehr normal ist. Nicht, dass ich plötzlich genau wüsste, was normal ist… Aber ich habe einfach den Eindruck, dass das doch etwas zu viel des Guten ist.

Bisher haben solche Phasen aber nie Probleme verursacht. Mir geht’s einfach eine Weile viel zu gut und irgendwann hört das auch wieder auf. Also kein Grund zur Sorge.

Ich habe nur Schiss, dass ich nach dem Hoch wieder in ein richtig tiefes Loch falle. Das passiert ja meistens, wenn die Euphorie vorbei ist. Und jetzt, ohne AD, das den Absturz vielleicht ein bisschen mildern könnte…

Ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass ich im Notfall ja immer noch wieder zum Psych gehen könnte. Nicht, dass ich das derzeit ernsthaft in Erwägung ziehe, aber die Möglichkeit besteht und das ist irgendwie beruhigend. Natürlich würde es unangenehm werden – eingestehen, dass ich doch nicht ohne Psych zurecht komme, beichten, dass ich das AD auf eigene Faust abgesetzt habe und eigentlich nie wieder kommen wollte.

Eingestehen, dass ich wirklich krank bin und es eben nicht ohne Behandlung geht.

Aber darüber mag ich jetzt nicht nachdenken. Im Moment fliege ich und alles ist wunderbar. Wenn ich abstürze, dann habe ich immer noch genug Zeit konkret zu überlegen, was ich mache… Wie ich an Hilfe komme ohne mich allzu sehr demütigen zu müssen.

Sei’s drum! Ich gehe jetzt raus, das Wetter ist genial. Nach dem Gewitter von gestern scheint heute wieder die Sonne am strahlend blauen Himmel. Mich zieht es nach draußen, ich will mich bewegen, was unternehmen, was tun. Ich schnappe mir jetzt meine Kamera und mache mir einen schönen Vormittag. Nachmittags treffe ich mich dann mit Freunden, gemeinsam backen, spielen, rumalbern, lachen.

Heute wird ein toller Tag. Heute ist ein toller Tag.

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frei sein (3)

Ach, gerade ist alles so toll! Ich grinse, fühle mich high und berauscht. Nein, ich habe nichts genommen. Mir gehts einfach spitze. Alles ist so toll, so wunderbar! Ich summe vor mich, mag gar nicht still sitzen – will aufstehen, rausgehen, barfuß durch den Regen tanzen.

Ich möchte lachen, laut lachen, wegen nichts und allem zu gleich.

Ich möchte alle Menschen umarmen, denen ich begegne, möchte meine Stimmung mit ihnen teilen.

Vielleicht drehe ich jetzt durch. Die letzten Wochen waren schwierig, viel Blödes passiert, emotional aufreibend. Vielleicht war heute Früh das letzte kleine Bisschen, das gefehlt hat, um mich völlig aus der Balance zu bringen.

Er hatte mir Halt gegeben, einen Fixpunkt, eine Orientierung in meinem inneren Chaos. Jetzt gibt es ihn nicht mehr. Ich habe den Anker gehoben, alle Seile gelöst.

Egal. Ich kämpfe gegen nichts mehr. Ich lebe meine Stimmungen aus. Ich bin keine Patientin mehr, also muss ich auch nicht mehr gesund werden. Ich kann verrückt werden – verrückt sein – verrückt bleiben.

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frei sein (2)

Leer, ausgebrannt, erschöpft.

Gekämpft, gewonnen. Was? Nichts. Gegen wen? Gegen niemanden. Was für ein Sieg! Sinnlos. Wertlos.

Leben. Sterben. Existieren.

Existieren? Wer? Was? Wo?

Warum???

Frei. Frei? Von was? Von wem?

Und – was jetzt?

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frei sein

„Oh, das ist aber nicht Ihre übliche Dosierung, oder?“ – „Ja, ich will’s absetzen und brauch deswegen die niedrig dosierten, damit ich langsamer reduzieren kann.“ – „Da muss ich erst Rücksprache halten…“

Na toll, dachte ich mir. Genau das wollte ich doch vermeiden! Aber irgendwie war es ja zu erwarten, dass es diese Regelung gibt – wenn der Patient ein „ungewöhnliches“ Rezept möchte, muss natürlich beim Arzt nachgefragt werden.

Letztlich hatte ich dann aber doch großes Glück: mein richtiger Psychiater ist heute gar nicht da. Nur der blöde Vertretungsarzt. Und der kennt mich ja nicht wirklich, jedenfalls nicht gut genug, um mit meinem Namen irgendwas zu verbinden. Irgendein Patient will irgendein Rezept um irgendein Medikament leichter absetzen zu können – passt schon.

So habe ich jetzt mein Rezept bekommen, ohne kritische Fragen und ohne irgendwelche „Auflagen“. Kein „Kommen Sie doch mal kurz ins Sprechzimmer“ und auch kein „Nächste Woche will ich Sie aber zum Gespräch sehen“.

Ich bin frei. Ich kann jetzt tun und lassen, was ich will. Ich muss nicht regelmäßig berichten, wie es mir geht. Mich nicht ausliefern. Mich nicht an Vereinbarungen halten.

Ich bringe jetzt auch niemanden mehr in Schwierigkeiten, wenn ich Mist mache. Hätte ich mich z.B. früher lebensgefährlich verletzt, dann hätte der Psych dafür grade stehen müssen. Er hätte sich u.U. rechtfertigen müssen, warum er mich nicht rechtzeitig eingewiesen hat etc. pp.

Aber jetzt – egal. Alles egal. Jetzt bin ich allein für mein Leben verantwortlich und ich reiße niemanden mehr mit rein, wenn ich mich kaputt mache. Ich kann meinen Wahnsinn ausleben, ich muss mich nicht mehr zusammenreißen.

Frei. Frei, frei, frei.

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