eisblau&honigsüß

Gedankenlöcher

Es fällt mir momentan sehr schwer, einen ordentlich Eintrag zu bloggen. Nicht, weil es nichts zu Schreiben gäbe. Es passiert viel und mich beschäftigen eine Dinge. Stoff gäbe es also mehr als genug.

Das Problem sind die Gedanken. Sie springen in meinem Kopf herum, tauchen plötzlich auf und verschwinden im nächsten Moment wieder. Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Tagen dachte „Äh – was wollte ich gerade machen?“ Ich stehe auf – und weiß dann nicht mehr, warum eigentlich. Wo wollte ich hingehen? Was wollte ich machen? Wollte ich was holen? Ich ziehe Schuhe an und weiß schon während des Schuhe-Anziehens nicht mehr, warum ich eigentlich rausgehen wollte. Nur so? Was erledigen? Hm. So geht es mit vielen Dingen im Moment. Die Gedanken reißen plötzlich ab, lösen sich in Luft auf. Ich spüre nur noch das Loch, wo gerade eben noch ein Gedanke gewesen ist. Ich kann die Gedanken nicht festhalten, nicht verfolgen, sie sind zu schnell, zu unbeständig. Und es sind so verdammt viele Gedankensplitter in meinem Kopf, dass es ohnehin schwierig ist, einen einzelnen Gedanken zu fokussieren.

1000 identisch aussehende Eichhörnchen auf Speed springen durch das Stroboskoplicht einer Diskothek. Fange Eichhörnchen Nummer 307.

Ich weiß nicht, was da in meinem Kopf los ist. Warum die Gedanken so springen und reißen. Ich glaube nicht, dass es etwas Schlimmes ist und ich mir Sorgen machen müsste. Es ist nur sehr anstrengend und oft verwirrend.

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Ich vermisse dich.

Ich vermisse dich.

Ich vermisse dich.

Es ist egal, wieviele Jahre es schon her ist.

Es ist egal, ob andere verstehen können, dass mir die Trauer manchmal noch immer das Herz zerfetzt.

Ich vermisse dich. So sehr.

Und manchmal glaube ich, dass sie Recht hatte: es wäre besser gewesen, wäre ich gestorben statt dir.

Aber das lag nicht in unserer Hand, stimmt‘?

Uns trifft keine Schuld. Dich nicht. Mich nicht.

Ich lebe. Du bist tot.

Irgendwann werde ich dir folgen.

Irgendwann.

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6 1/2

Erst war immer nur von vier Wochen die Rede. Heute erwähnte Dr. H. dann ganz beiläufig, dass er sechs Wochen nicht da sein wird. Bis zum nächsten Termin sind das dann für mich 6 1/2 Wochen ohne Therapie. 6 1/2! Wochen!

Na vielen Dank auch, dass Sie mir das erst heute, beim letzten vor-Urlaub-Termin, gesagt haben. Auf die vier Wochen habe ich mich eingestellt, das wäre irgendwie okay gewesen. Die sechseinhalb Wochen überfordern mich völlig. Das ist so eine verdammt lange Zeit…

Ich hatte nicht darum gebeten, dass für seinen Urlaub ein Ersatz-Gesprächspartner für mich gesucht wird. Weil ich von vier Wochen ausging, und die hätte ich alleine auch irgendwie durchgestanden. Bei über sechs Wochen bin ich mir nicht sicher, wie ich das ohne unterstützende Gespräche bewältigen soll. Aber jetzt ist natürlich auch ein bisschen zu spät, um da noch was zu regeln *grummel*

Sicher, Ambulanzpsychiater ist da. Ihn sehe ich wöchentlich. Das ist auch hilfreich. Aber die Gespräche mit ihm sind so ganz anders als die mit Dr. H. Es sind eben Psychiater-Gespräche, keine Therapie-Gespräche. Er reicht nicht aus um diese lange Zeit zu überbrücken.

Station… Hahaha! Klar! Sicher doch! Wenn’s gar nicht mehr ginge, könnte ich ja zur Krisenintervention gehen. Ha-ha-ha. Wozu? Um mich anschreien zu lassen? Um ichhabgradkaumzeit-„Gespräche“ zu bekommen? Um als Blitzableiter für Streit und Stress herzuhalten? Nein, danke.

Also 6 1/2 Wochen allein. Wird ’ne Herausforderung.

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Huch, guten Morgen?!

Aufgewacht bin ich um kurz nach vier. Nochmal einschlafen hat nicht funktioniert, obwohl die Nacht kurz und ich noch ziemlich müde war. Also aufgestanden. Die frühen Morgenstunden sind für mich sowieso immer die schönste Tageszeit. Alles ruhig und still, da bin auch ich entspannter als sonst und die permanente Angst verschwindet manchmal sogar ganz.

Und während ich so mit meinem Kaffee vor dem Laptop saß, ganz entspannt Emails las und die Zeitungsseite nach interessanten Nachrichten durchstöberte… verpasste mir ein plötzliches, seltsames und irgendwie beunruhigendes Geräusch einen Hallo-Wach-Adrenalinkick.

Da flatterte allen Ernstes eine Taube sehr aufgebracht durch meine Wohnung. Ich weiß nicht, wer von uns beiden im ersten Moment mehr Panik hatte. Das arme ver(w)irrte Flatterviech oder ich, unsanft aus der morgendlichen Ruhe gerissen.

Die Taube hat mit etwas Hilfestellung recht schnell den Weg zurück durchs offene Fenster gefunden – bei mir hat’s eine Weile gedauert, bis ich mich von dem Schreck erholt hatte. Aber richtig wach geworden bin ich dadurch auf jeden Fall – schneller und effektiver als durch die Tasse Kaffee.

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Pest und Cholera

Ich möchte die ganzen Medikamente nicht mehr nehmen. Ich ertrage es einfach nicht. Diese Abhängigkeit. Nicht Abhängigkeit von den Medikamenten selbst – ich kann recht gut mit dem Umstand leben, dass ich krank bin und es Medikamente gibt, die die Symptome lindern. Aber die Abhängigkeit von den Ärzten. Das stört mich sehr. Ich bin nicht gerne abhängig von Menschen.

Ich hätte gerne die Freiheit, wirklich selber entscheiden zu können, ob und wann ich zum Arzt gehe. Auch mal Wochen oder Monate nicht, wenn mir eben nicht danach ist, einen Arzt zu sehen. Mit den Medikamenten muss ich zwangsläufig in bestimmten Intervallen zum Arzt, ob es mir nun passt oder nicht, und ungeachtet dessen, dass ich manchmal tatsächlich besser klarkomme, wenn ich auf mich allein gestellt bin, ohne Ärzte, ohne Therapeuten.

In den letzten Wochen war die Medikamenteneinnahme etwas „chaotisch“. Mal habe ich sie genommen, dann wieder nicht, weil ich die Abhängigkeit nicht ertragen konnte und die Medikamente unbedingt absetzen wollte. Bei den Absetz-Versuchen ist aber ziemlich deutlich geworden, dass es mir ganz ohne Medikamente deutlich schlechter geht. Ich weiß nicht, ob das Absetzerscheinungen sind und es sich nach einer Weile wieder legen würde, oder ob das Krankheitssymptome sind, die dauerhaft bleiben würden.

Mir geht es nicht gut mit dieser Situation. Ich will die Medikamente loswerden und unabhägig von den Ärzten sein. Andererseits geht es mir ohne Medikamente so schlecht, dass es auch nicht auszuhalten ist. Medikamente nehmen ist Mist, Absetzen funktioniert aber auch nicht. Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera, so fühlt es sich an. Beides will ich nicht, aber ein Übel muss ich wählen. Oder sterben, dann bleibt mir beides erspart.

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