eisblau&honigsüß

Ähm?!

Leute?! PW weitergeben ist unter aller Sau. Ist schon klar, oder?

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Schnee/Menschen

Jetzt liegt der erste Schnee der Saison im Hof vor meinen Fenstern. Irgendwie gibt mir das den Rest. Treibt mir (wieder) Tränen in die Augen. Schnee, Weihnachtszeit, Glühwein… Patientensuizid, Patienten, die vermutlich bald versterben werden… Wie soll man die Weihnachtszeit genießen, wenn der Tod so gegenwärtig ist? (siehe PW-Eintrag von vorhin)

Ich würde am liebsten über den gerade eröffneten Weihnachtsmarkt rennen und schreien „Was wisst ihr schon vom Leben?!“

Distanz. Mir fehlt die Distanz zu den Patienten.

Für mich sind es Menschen. Menschen, die leiden. Menschen, die verzweifeln. Menschen, die unschuldig sterben.

Menschen, verdammt nochmal. Menschen! Es sind Menschen. Keine Fälle. Keine Nummern. Menschen…

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Geschützt: Schläuche ziehen (Menschen)

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Wochenende + neue Woche

War nicht in der Chirurgie. Freitag zu müde und zu betrunken. Gestern zu müde und zu verkatern und zu sediert. Heute zu müde und zu antriebslos und zu unmotiviert, das Haus zu verlassen.

Meine Freunde gehen mir auf die Nerven. „Lass uns doch mal auf den Weihnachtsmarkt gehen!“, „Was machst du am Wochenende?“, „Hey, meld dich mal, hab dir schon zig Mails geschrieben…“ Blablabla. Lasst mich doch alle in Ruhe. Ich will niemanden sehen, niemanden treffen, nicht weggehen, nicht reden, nicht lachen.

Morgen ist wieder Montag. Eine weitere endlos erscheinende Woche liegt vor mir. Der Druck, mich endlich um bestimmte Dinge zu kümmern, steigt mit jedem Tag. Ich hasse Fristen…

Dienstag vermutlich wieder Psychotherapie. Letzte Woche fiel es krankheitsbedingt aus. Meinetwegen könnte es auch diese Woche wieder ausfallen. Ich weiß nicht, was ich mit der Psychologin reden soll. Oder viel mehr: wie ich mit ihr reden soll. Ich werde schweigsam, wenn es mir nicht gut geht. Stumm, wenn ich wirklich in Not bin. Sie weiß das noch nicht. Sie nimmt erstmal alles Verhalten so hin, wie es ist, und beobachtet. Sie soll nicht beobachten. Sie soll was tun. Wenigstens signalisieren, dass sie verstanden hat, dass es gerade hart an der Grenze des Erträglichen ist für mich.

Habe ich einen Termin beim Ambulanzpsychiater? Ich bin mir nicht sicher. Die letzten zwei Wochen sind eine Ansammlung von Filmrissen. Der Termin beim Psychiater letzte Woche ist auch weitgehend in einem Erinnerungsloch verschwunden. Ich war bei ihm, er hat sich Sorgen gemacht, ich habe die Blutabnahme verweigert. Was war sonst noch? Keine Ahnung.

Dr. H. fehlt mir noch immer. Vertrautheit. Wortlos verstanden werden. Aufgefangen werden. In den letzten Tagen habe ich oft geweint, weil er mir so sehr fehlt. Der Ambulanzpsychiater und die Psychologin sind okay, aber sie können mir nicht das geben, was mir Dr. H. bedeutet hat. Im Moment sind sie mehr Last als Hilfe.

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morgen? oder wann?

Die Frage ist eigentlich nur noch: Schneide ich morgen oder übermorgen?

Innerlich ist es längst entschieden. Ich will zu den Chirurgen. Ich will genäht werden. Ich will für einen Augenblick nichts leisten müssen. Ich will, dass irgendjemand sieht, dass es mir nicht gut geht.

Erfahrungsgemäß nähen die Chirurgen die Wunden und lassen mich wieder gehen. Ich wünsche mir, dass sie mich morgen/übermorgen in die Psychiatrie schicken. Ich will, dass die Psychiater wissen, dass ich verdammt nochmal nicht so stark bin, wie sie denken.

Der Oberarzt von der Geschlossenen ist ganz begeistert von mir. Dass ich es geschafft habe, mit (fast) nur ambulanter Hilfe zurechtzukommen, das Studium zu meistern, den Therapeutenwechsel zu verkraften. Ich will, dass er sieht, dass es nicht so toll ist. Dass ich nicht so toll bin. Ich sehne mich nach stationär, am besten mit Monitor und Infusionen auf der Überwachungsstation… Ich will nicht mehr zur Vorlesung gehen oder zum Seminar oder ins Labor… Und ich will Dr. H. wieder haben, okay? Die neue Therapeutin ist in Ordnung, aber – ich will Dr. H. sehen 😦

(Oder den Internisten von der Überwachungsstation, den ich heute beim Mittagessen gesehen habe und der damals so so so lieb zu mir war.)

Ich weiß, dass es krank ist. Aber wenn man nicht sagen kann, dass alles Mist ist und man Hilfe braucht – welche Möglichkeiten bleiben dann noch? Schneiden, um den ersten ärztlichen Kontakt zu rechtfertigen, und in der Chirurgie dann eine Psycho-Show abziehen, damit ich ganz sicher auch zu den Psychiatern komme…

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