eisblau&honigsüß

sich selbst bemitleidender Jammerlappen

- 21. November 2017

Verzeiht mir bitte, dass ich auf eure Kommentare nicht geantwortet habe. Ich habe sie alle gelesen und bin dankbar für alles, was ihr mir geschrieben habt! Seid bitte nicht böse, wenn ich nichts dazu geschrieben habe, ja?

Es ist schwierig momentan. Ich weiß nicht, wie es mir geht. Kraft und Antrieb fehlen, Stimmung ist gut. Suizidgedanken sind stark, Selbstverletzungen häufig. Aber irgendwie ist es mir egal.

Egal. Das ist wohl mein vorherrschender Zustand: egal.

Irgendwie habe ich aufgegeben. Lebe vor mich hin, ein Tag nach dem nächsten, ohne Ziel, ohne Perspektive. Dafür mit einem Haufen Probleme.

Ein Problem spitzt sich mehr und mehr zu. Ich weiß nicht, wie lange das noch gutgehen wird. Alleine kann ich dieses Problem (ein gesundheitliches) nicht lösen. Ich bräuchte einen Arzt, der mich deswegen behandelt. Aber ich kann kann einfach nicht darüber sprechen. Nicht darüber schreiben. Manchmal nicht einmal daran denken. Ich kann damit zu keinem Arzt gehen, nicht darüber reden, mich nicht untersuchen und erst recht nicht behandeln lassen. Ich weiß nicht, wie lange das so noch gut geht.

Dazu kommen zig andere Dinge, die schwierig sind. Um die ich mich kümmern sollte. Die ich vielleicht sogar bewältigen könnte. Aber irgendwie – ist es mir egal.

Mir ist das Leben zu schwierig, zu fordern, zu anstrengend. Wenn man so viel Kraft braucht, um das Leben wenigstens grundlegend zu bewältigen, dann – danke, nein, möchte ich nicht.

Wie schon geschrieben: mein momentaner Zustand ist im Wesentlichen „egal“. Gleichgültigkeit. Resignation. Irgendwie habe ich ein Stück weit aufgegeben. Ich habe so lange, so viel, so hart gekämpft. Und wofür? Ja: für nichts. Ich habe nichts erreicht. In keinerlei Hinsicht habe ich irgendwelche Erfolge erzielt.

Ich kämpfe, Tag für Tag. Und ich überlebe, Tag für Tag. Ist es das wert, weiterzumachen? Ich weiß nicht.

Angeblich versinke ich in Selbstmitleid. Schrieb zumindest irgendein pseudo-anonymer Feigling in einem (nicht freigeschalteten) Kommentar (als ob man im Internet wirklich anonym wäre und straflos drauflos mobben könnte… wie dumm, sowas zu glauben!). Ich würde wetten, dass der oder diejenige sich einen Scheißdreck mit mir befasst hat. Einfach mal Rumpöbeln ist halt toll. Pusht das eigene schwache Ego, wenn man sonst nichts hat…

Trotzdem tuts weh. Ich bin also nur ein Jammerlappen, getaucht in Selbstmitleid. Gut. Okay. Danke.

Und jetzt? Kämpfen tue ich permanent, jeden verdammten Tag. Aber vielleicht wäre es wirklich besser, wenn ich Jammerlappen endlich in meinem Selbstmitleid ertrinke. Ruhe. Dann wäre Ruhe. Und vielleicht wäre das gut so. Wer weiß.

(Keine Suizidankündigung, falls das jetzt jemand denkt! Ich bin nur gerade ziemlich down und musste mir das von der Seele schreiben.)

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8 responses to “sich selbst bemitleidender Jammerlappen

  1. ansichschade sagt:

    Es kommt der Punkt an dem man sich neu erfinden muss. Wenn du sonst immer ein weiteres Zahnrad für unsere Wirtschaft werden wolltest, ist es womöglich so, dass du andere Verwendung für dich finden musst, als etwa Berufstätige zu werden. Ich selbst bin wegen meiner Schizophrenie seit vier Jahren in Rente und habe immer noch Aufgaben die ich mir stelle und bewältige. Ich denke dass ich mich mit meinem Kampf genauso dem Leben stelle, wie wenn ich für unsere Volkswirtschaft arbeiten würde. Aber es war lange Zeit so, dass ich auch von meiner Familie faul genannt war und dass ich nichts schaffe. Allerdings unterstütze ich die gesamte Verwandtschaft und damit ist für mich alles getan. Wenn du dann auch noch deinen Freunden eine Hilfe sein kannst, bist du auch nie einsam. Wenn du deine Aufgaben nicht selbst findest, dann gibt es auch Ehrenämter. Aber du bist bestimmt mit deinem Studium schon so selbstständig geworden.

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  2. Ralf sagt:

    Problem erkannt = Problem gebannt
    gilt leider nicht immer, ist aber immer der erste Schritt.

    Es gibt ein Lied von Eure Mütter das mir immer ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, wenn ich mal etwas Down bin und keine Lust auf alles habe.
    Vieleicht hilft es dir ja auch ein bischen

    Ansonsten hoffe ich dass du da wieder raus kommst.
    Ich drück dir die Daumen.
    Aufgeben ist keine Option.

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  3. tigerinme sagt:

    Hallo,

    erstmal: schön von dir zu hören 🙂
    Du bist nicht alleine. Hier sind viele, die dir zuhören. Vielleicht hilft das schon.
    Durchhalten. Eine anstrengende Phase.

    Hab die auch grad. Ein Trigger am Wochenende. Was folgt sind anscheinend destruktive Zwangsgedanken. Ich weiß nicht warum der destruktiven Teil in mir jetzt wieder stärker ist.
    Ich will die Kontrolle nicht verlieren, hab Angst vor mir selbst.

    Weißt du den Auslöser bei dir? Hast du das Gefühl die Kontrolle noch zu haben?

    Das du Gleichgültig spürst ist auch schon ein Weg weiterzumachen.
    “Es wird wieder besser“ hab ich mir mal aufgeschrieben.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

    LG Kätzin

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  4. Annie sagt:

    Es ist völlig okay in schlimmen Phasen auch zu jammern. Du versinkst ganz und gar nicht in Selbstmitleid, sonst hättest du selbst das Kämpfen schon eingestellt. Eine Stimme in dir, kann ‚einfaches‘ Aufgeben nicht akzeptieren und das ist deine Chance – die Chance, dass nicht alles nur sinnlos ist. Aber ich kann dich sehr gut verstehen, was die Perspektivlosigkeit angeht. Ich frage mich im Moment auch sehr oft, auf welches Ziel ich hinlebe und ob es irgendwie Sinn macht. Eine Antwort habe ich noch nicht gefunden.
    Viele Grüße von Annie

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  5. momotraeumt sagt:

    Ich wünsche dir sehr, dass du nicht ertrinkst, sondern bald wieder an die Oberfläche schwimmen kannst!

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  6. Ravn sagt:

    Du bist kein Jammerlappen. Nie gewesen. Wenn dieser pseudoanonyme Trottel wenigstens wüsste, wie viel Mut es kostet, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ganz zu schweigen vom Schreiben darüber und vom Kämpfen.
    Ich wünsche dir, dass du nicht ertrinkst, dass du die Kraft zum Schwimmen und Hoffen und Kämpfen und Leben findest. Für dich.

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  7. Sophie sagt:

    Mir geht es seit längerer Zeit ziemlich ähnlich… Natürlich ist Überleben als chronisch psychisch Kranke schon eine Leistung für sich, aber auf Dauer empfinde ich das als einen eher schwachen Trost. Daher finde ich, dass man da durchaus auch mal Mitleid mit sich haben darf bzw. sollte! Würde jetzt gerne noch etwas Hilfreiches schreiben, aber ich weiß mir ja im Grunde selbst auch nicht zu helfen und kann dir nur sagen, dass du damit nicht allein bist.

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  8. Fliegenfürstin sagt:

    „Egal. Das ist wohl mein vorherrschender Zustand: egal.“

    Diesen Zustand kenne ich leider. Nur kann der auch wieder besser werden bis weggehen. Deshalb wäre es für einen selbst gut, wenn „egal“ nicht dazu führt, dass man sämtliche Brücken hinter sich abbrennt, auch wenn einem das gefühlt egal ist im Hier & Jetzt. Behaupte ich jetzt mal so dreisterweise allgemeingültig gesprochen. Soweit ich das aus deinem Blog lese, tust du das auch nicht.

    „Ein Problem spitzt sich mehr und mehr zu. Ich weiß nicht, wie lange das noch gutgehen wird. Alleine kann ich dieses Problem (ein gesundheitliches) nicht lösen. Ich bräuchte einen Arzt, der mich deswegen behandelt. Aber ich kann kann einfach nicht darüber sprechen. Nicht darüber schreiben. Manchmal nicht einmal daran denken. Ich kann damit zu keinem Arzt gehen, nicht darüber reden, mich nicht untersuchen und erst recht nicht behandeln lassen. Ich weiß nicht, wie lange das so noch gut geht.“

    Also müsstest du früher oder später mit diesem Problem so oder so zu einem Arzt (falls das dann noch geht je nachdem, worum es geht)?

    Nicht darüber reden oder schreiben und auch kaum daran denken können, ist natürlich mies und quasi Cholera, aber irgendwann notfallmäßig die Sache in Angriff nehmen zu müssen oder zu riskieren, dass andere das dann entscheiden, dürfte die Pest sein gewissermaßen.

    Ich drücke dir die Daumen, dass es zwischen Pest & Cholera noch was deutlich angenehmeres Drittes gibt für dich bei der Sache.

    Gute Besserung – du kannst mehr, als du denkst. Ich finde es verdammt schade und es tut mir Leid, dass all diese Sachen von Früher dir in deinem Leben bis Heute nachhängen, dich beeinträchtigen und dein Leben überschatten. Den guten Wünschen der anderen Kommentatoren schließe ich mich an dieser Stelle an.

    Und nimm dir so Kommentare wie den von dir aufgegriffenen nicht zu Herzen. (Das gilt auch für meinen Kommentar, soweit der für dich doof/unpassend sein sollte.)

    Liebe Grüße

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