eisblau&honigsüß

MRT, Beerdigung, zu viel

- 16. März 2016

Ich ertrinke in Arbeit. Klar, der Arbeitsstress verhindert, dass ich denken und fühlen kann, wodurch ich ganz gut klarkomme. Nur wenn ich versuche zur Ruhe zu kommen und Schlaf zu finden, rutsche ich in schier unerträgliche Gefühlszustände. Und ja, auch der Körper mag langsam nicht mehr.

Egal.

Diese Woche lebe ich fast schon im Labor. Verdränge, wie übelst anstrengend die nächste Woche wird.

Montag ein arbeitsreicher Tag. Event. stationäre Aufnahme in der Psych.

Dienstag MRT. Anderthalb bis zwei Stunden werde ich in der Röhre liegen. Ich habe keine Ahnung, wie ich das packen soll. Schon die halbe Stunde letztes Jahr war zu viel.

Mittwoch dann die ewiglange Zugfahrt. Die Orientierungslosigkeit an dem riesigen Bahnhof. Das Wiedersehen mit meiner Tante, zum ersten Mal seit Jahren.

Donnerstag. Die Trauerfeier. Keine Beerdigung, nein, meine Oma wird eingeäschert und anonym bestattet (mit ein Grund, warum ich hin möchte – es wird kein Grab geben, an das ich später gehen könnte). Ich werde dort zum allerersten Mal in meinem Leben meinen Onkel sehen… Nach der Trauerfeier die Rückfahrt mit dem Zug, wieder stundenlang, direkt nach der Trauerfeier, es wird kein Vergnügen.

Freitag muss ich vermutlich ins Labor. Ich habe keine Ahnung, woher ich die Kraft dafür nehmen soll. Woher ich die Kraft für irgendetwas nehmen soll.

Ach, und dann ist ja schon Ostern. Ostern. Wie weit weg mir das gerade vorkommt! Immerhin werde ich da viel mit einer guten Freundin zusammensein. Sie weiß, was gerade los ist – Tod, Beerdigung, Stress mit meinen Eltern, MRT, Arbeitsstress… Sie hat mir fest zugesagt, dass sie über Ostern für mich da sein wird und das glaube ich ihr auch, bedingungslos.


11 responses to “MRT, Beerdigung, zu viel

  1. xxlunaisobelxx sagt:

    Das mit deiner Oma tut mir aufrichtig Leid ❤ und das mit dem MRT, so lange da drin liegen zu müssen, phew find ich auch viel zu lange. Ich meine, das dauert doch nicht so lange oder?

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    • das mrt dauert schon recht lange. hab gestern nochmal mit ’nem neurologen gesprochen. der meinte, dass der erste teile ohne kontrastmittel eine knappe stunde dauern wird. der zweite teil, mit kontrastmittel, geht meistens etwas schneller, aber 40 minuten werden’s schon werden…

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  2. Der Emil sagt:

    Aber: Freitag ist doch Karfreitag, also Feiertag, und an dem mußt Du ins Labor?

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    • meine zellen gucken leider nicht in den kalender. denen ist es egal, ob feiertag ist 😉
      aber da über ostern sehr viele meiner kollegen frei haben, kann ich leider niemanden bitten, meine zellen zu versorgen. also muss ich freitag ins lab. ich werde da keine aufwändigen versuche machen, nur eben meine zellen versorgen… ändert aber nichts daran, dass ich karfreitag ins lab gehen muss….

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      • Der Emil sagt:

        Siehst Du, an so einfache Dinge hab ich einfach nicht gedacht. Für mich ist/war „Labor“ etwas chemisches, physikalisches, daß es auch Biologie gibt, hatte ich völlig ausgeblendet.

        Was heißt hier eigentlich „versorgen“? Neue Nährlösung oder was?

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        • so in etwa. die zellen brauchen immer frisches medium (=nährstoffe) um weiter zu wachsen. und sie dürfen auch nicht zu dicht werden, weil sie dann sterben. d.h. sie müssen regelmäßig mit frischen nährstoffen versorgt werden und man muss aufpassen, dass sie nicht zu dicht wachsen (also immer nur einen teil der zellen weiterzüchten, weil wenn es zu viele werden, gibt es probleme…). momentan versorge ich meine zellen zweimal pro woche – heißt, ich züchte nur einen teil meiner zellen weiter, gebe ihnen frisches medium, frische nährstoffe…

          ist bisschen schwierig, das zu erklären. aber im grunde ist es mit zellkultlur nicht anders als mit haustieren. man muss regelmäßig gucken, wie es ihnen geht, was sie brauchen… sauber machen… füttern… etc.

          einen tag mehr oder weniger macht meist keine probleme. aber so völlig sich selbst überlassen kann man sich seine zellen auch nicht. wie auch? die dinger leben in einer flasche… die sind darauf angewiesen, dass sie irgendjemand „von außen“ mit allen notwendigen nährstoffen versorgt.

          und wie gesagt: es ist ostern. da sind viele von uns im urlaub. sonst könnte ich kollegen bitten, meine zellen zu versorgen. aber wenn niemand da ist, muss ich das eben selber machen… (ist mir auch lieber – wie so viele, die mit zellkulturen arbeiten, mag ich es auch nicht besonders, wenn andere an meine zellen gehen… mach ich lieber selbst!)

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        • Der Emil sagt:

          Ja, das klingt sehr nach Haustier. Sehr.

          Und nach noch anderem – aber da muß ich nochmal drüber nachdenken.

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  3. moteens sagt:

    Erst einmal mein herzliches Beileid! Ich habe auch schon ein MRT hinter mir und bin auch kein Fan vom Stillsein und Warten. Ich hoffe, dass du Ostern einigermaßen glücklich überstehst 🙂

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    • danke!
      ein mrt vom kopf ohne kontrastmittel habe ich letztes jahr schon überstanden. ich fand es furchtbar… dieses mal wollen sie die gesamte spinale achse untersuchen – mit und ohne kontrastmittel. ich werde also deutlich länger in der röhre liegen. ich war letztes jahr schon nach dem kopf-mrt völlig erledigt. keine ahnung, wie ich das anstehende mrt überstehen soll… aber immerhin wissen die psych-ärzte bescheid. kann sein, dass ich schon am tag zuvor stationär aufgenommen werde. das wäre mir ganz recht, dann kann ich wenigstens ohne probleme nach dem mrt wieder auf station gehen…

      und ostern – ja. da werde ich viel zeit mit einer engen freundin verbringen. das tut mir gut. sie weiß. was los ist, und sie erwartet von mir auch nicht, dass ich freudestrahlend durch die gegend laufe… wir werden zusammensein und es ist egal, ob es mir gut geht oder ob ich pausenlos weine… das maxcht es doch etwas leichter. ich muss mich nicht verstellen. ich werde sagen können, dass es mir nicht gut geht, und das wäre okay.

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  4. regenbogentaenzerin sagt:

    Deine Woche, die dir bevorsteht klingt heftig und unglaublich anstrengend. Ich wünsch dir viel kraft, um alles zu überstehen und zeiten, in denen du ein wenig zur ruhe kommen kannst.

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