eisblau&honigsüß

Vertrauen – es ist so schwer

- 2. April 2015

Er überrascht mich immer wieder auf’s Neue, der Herr Oberarzt. Wann begreift mein Kopf endlich, dass er wirklich kein Monster ist? Wann geht die Angst vor ihm endlich wirklich weg? Wann kann ich endlich entspannt zu Gesprächen mit ihm gehen, ohne Herzklopfen und der Überzeugung Befürchtung, dass er mich niedermachen wird?

Es war gut, das Gespräch heute mit ihm. Es war wieder einmal ein gutes Gespräch mit ihm. Und wieder ein Gespräch, in dem ich irgendwie immer mit einem verbalen Fausthieb seinerseits gerechnet habe. Zu Unrecht, so zu Unrecht!

Ja, es ist am Montag sehr ungünstig gelaufen. Ja, es gab Probleme. Ja, mein Verhalten war nicht ideal. Ja, ich habe mich ihm gegenüber unfair benommen.

Hat er mir heute irgendetwas davon vorgeworfen? Nö. Nicht einmal ansatzweise.

Klar hat er gesagt, wie ich mich aus seiner Sicht verhalten habe. Und dass das nicht so toll gewesen ist. Aber ohne jeglichen Vorwurf. Ohne dass ich mich deswegen schlecht oder angegriffen fühle. Er wollte einfach nur verstehen, was los gewesen ist. Das besprechen und klären. Überlegen, wie es besser gewesen wäre. Und was es bräuchte, damit es in Zukunft besser klappt. Nicht nur, was ich anders machen muss – auch wie er mir dabei helfen und entgegenkommen kann.

Meine Güte, statt auf mich draufzuhauen gab es neben konstruktiven Überlegungen sogar noch Lob! Für Dinge, die ich inzwischen besser hinbekomme als früher. Sogar dafür, dass ich überhaupt zum Gespräch mit ihm gekommen bin – weil er weiß, dass mich das einige Überwindung gekostet hat.

Aber so positiv das auch alles war, es nimmt nicht die Angst vor ihm. Die sitzt weiter tief in mir drin. Auch wenn es etwas besser geworden ist seit November. Ich war heute nicht ganz so panisch wie beim November-Gespräch, und ich habe im heutigen Gespräch auch ziemlich von Anfang an offen mit ihm reden können. Konnte einfach drauflos reden ohne jedes Wort erstmal sorgfältig abzuwägen, bevor ich es sprach.

Trotzdem bleibt die Angst vor ihm. Und ich weiß nicht, was es noch braucht, um ihm wirklich endlich vertrauen zu können. Ich würde es so gerne. Ihm vertrauen. Weil ich doch inzwischen weiß, dass er okay ist. Dass er mir helfen will. Ich würde so gerne vertrauen können. So gerne.


One response to “Vertrauen – es ist so schwer

  1. Der Emil sagt:

    Mach ihm ein Geschenk … (im übertragenen Sinne).

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: