eisblau&honigsüß

to-do-Listen

- 28. Januar 2015

Ich bin ein großer Fan von To-Do-Listen. Sie helfen mir sehr, den Überblick über die Dinge zu behalten, die getan werden müssen oder sollten. Ich mag es, das Lebenschaos in einzelne Punkte zu zerlegen und fein säuberlich geordnet in eine Liste zu packen.

Es scheint dann nicht mehr ganz so überfordernd zu sein. Nicht mehr alles auf einmal in meinem Kopf, und vor allem nicht als riesige Aufgaben. Eine große Aufgabe wird in kleinere Teilaufgaben zerlegt, und die Teilaufgaben wiederum in überschaubare Kleinaufgaben. Die große Aufgabe ist zu viel, aber die Kleinaufgaben kann ich schaffen, und wenn ich sie Stück für Stück erledige, kann ich irgendwann dann auch ein Häkchen hinter die große Aufgabe setzen.

An Tagen, an denen ich mich zu nichts so wirklich aufraffen kann, suche ich mir gerne irgendetwas ganz Einfaches aus der Liste. „Hey, das ist nicht sooo viel Arbeit, das bekommst du hin!“ Und am Ende des Tages kann ich meistens noch einige Punkte mehr als „erledigt“ abhaken. „Siehste, du hast heute doch Einiges geschafft!“ Ein gutes Gefühl.

Irgendjemand fragte mich mal, ob es mich nicht überfordern würde, wenn meine To-Do-Liste so ewiglang sei. Denn meine Listen umfassen meistens wirklich mehrere Seiten (aktuell: etwas über sechs Seiten). Aber das kommt einfach nur daher, dass ich ja jede Aufgabe in so viele Unteraufgaben zerlege, wie nur irgendwie möglich. Dadurch erreichen die Listen manchmal epische Längen – aber jede Zeile enthält eine Aufgabe, die klein und überschaubar und machbar ist. Und ich kann so auch viel mehr als erledigt durchstreichen – mir selbst das Gefühl schaffen, ganz arg fleißig gewesen zu sein. Das motiviert und hilft gegen Ich-bin-faul-und-kann-nichts-und-sowieso-bin-ich-doof.

Während eines Therapiegesprächs kam mal die Frage auf, ob ich irgendwie zwanghaft sei. Listen, Tagespläne etc., das machen manche Zwangskranken ja auch sehr gerne. Ich musste lachen, denn mit Zwang hat das für mich nicht viel zu tun. Ich mag nur gerne Ordnung und einen Überblick.

Ob es mich stresst, wenn ich einen Tagesplan nicht exakt einhalten kann? Nö. Die meisten Tagespläne sind nur eine grobe Idee davon, wie der Tag verlaufen könnte, nicht minutiös geplant. Meistens läuft’s dann auch anders – Leben eben.

Ob ich Panik bekomme, wenn ich merke, dass ich „zu wenige“ Punkte der To-Do-Liste abhaken kann? Nö. Es ist für mich eher ein Spiel. Wieviel schaffe ich heute? Mehr als erwartet – hey, super! Weniger als erwartet – egal!

Ob ich die Liste von oben nach unten abarbeite und von dieser Reihenfolge nicht abweiche? Nö. Ich erledige mal eine Aufgabe hier, mal eine dort. Je nachdem, was mir gerade machbar erscheint oder worauf ich Lust habe.


10 responses to “to-do-Listen

  1. Paula sagt:

    Finde ich super, dass du mit den Listen dein Leben so gut strukturiert bekommst. Und vor allem auch, dass du sie nur als Leitsatz siehst und kein Zwang dahinter steckt…
    Mich persönlich schrecken lange Listen ab. Da habe ich dann plötzlich keine Lust mehr. Schreibe somit viele kleine Zettelchen und hangle mich damit über den Tag. Tut verdammt gut, ein Zettelchen als erledigt in den Müll zu werfen! 😉

    LG
    Paula

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    • sternenpfad sagt:

      mit zwang wäre das ja auch nur eine zusätzliche belastung. aber so, einfach als orientierung und übersicht, ist es für mich sehr hilfreich 🙂

      bei zettelchen würde ich sehr schnell verwirrt sein und den überblick verlieren *g* das zettelchen-wegwerfen ist für dich vermutlich so, wie für mich das durchstreichen erledigter punkte auf meiner liste.

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  2. Mira sagt:

    Ich mache das auch immer, dass ich größere Aufgaben in kleinere Unteraufgaben zerlege. Es sieht dann nunmal viel leichter und viel besser zu schaffen aus. Und es gibt einem auch gleich ein besseres Gefühl, weil man dann viel öfter etwas als erledigt abhaken kann. Und bei einer großen Aufgabe denke ich mir sonst sowieso „ah nee, viel zu groß, zu anstrengend, schaffe ich eh nicht.“

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    • sternenpfad sagt:

      genau so geht es mir mit großen aufgaben auch: einfach zu viel, zu überfordernd… und dann fange ich gar nicht erst damit an :-/
      würde ich z.b. „wohnung aufräumen“ als punkt nehmen, käme ich überhaupt nicht zurecht. aber wenn ich alles in kleine aufgaben zerlege, dann geht das gut.

      liegt vielleicht auch daran, dass ich immer denke, ich muss eine aufgabe am stück erledigen. die ganze wohnung aufräumen – auf einmal? zu viel! aber nur im bücherregal staub wischen? machbar! danach schreibtisch aufräumen? auch machbar! und vielleicht noch geschirr spülen? klar, geht.

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  3. rabenseele sagt:

    Wir hatten das immer in Form von Tageszielen in der Klinik. Manchmal mache ich das heute auch noch gerne, das kann die Laune ungemein heben finde ich, und man hat schwarz auf weiss da stehen, dass man doch etwas geschafft hat auch wenn man das in dem Moment nicht einfach so erkennen würde.
    Find ich also klasse dass dir das so hilft!
    Liebe Grüße

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    • sternenpfad sagt:

      genau, man sieht dann am abend, dass der tag gar nicht mal so unproduktiv gewesen ist.
      mir hilft die liste auch, wenn ich nicht so recht weiß, womit ich mich beschäftigen könnte: da habe ich dann seitenweise kleine aufgaben, aus denen ich mir was raussuchen kann 😉

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  4. Ich mache das mit den Listen auch immer und bei mir sind die auch lang. Zwar nicht ganz so extrem, aber 2 Seiten sind schon drin. Alles schön aufteilen, aus „Wäsche machen“ wird dann bei mir „Wäsche waschen“, „Wäsche aufhängen“ und „Wäsche wegräumen“ 😉

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    • sternenpfad sagt:

      *hihi* meine liste auf nur zwei seiten unterzubringen, schaffe ich nur, wenn ich paar tage hintereinander so ein richtiges stimmungs- und motivationshoch hatte. da wird dann auch immer fleißig abgearbeitet und die liste schrumpft (vorrübergehend) mal auf eine oder zwei seiten.

      so mache ich das mit „wäsche“ auch 😀 manchmal auch unterteilt nach farben. handwäsche geht auch immer extra. da kann „wäsche“ dann schon mal auf 10-12 unterpunkte kommen 😀

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  5. Enibas sagt:

    Ich bin auch voll der Listenmensch! 🙂
    Nicht nur To-Do Listen, überhaupt ganz viele Listen… Wunschlisten, Kreativprojekt-Listen, Brieffreunde-Listen und im Moment dokumentier ich noch so was ich esse und ob ich täglich genug trinke und wann ich draussen war und ob ich gut geschlafen hab und so.
    Sagt dir Bullet-Journaling was? Ich hab Teile davon in meinen Kalender übernommen, vor allem was die Symbole angeht…
    In welcher Form hast du deine Listen? Auf Papier? Oder hast du ein Listenbuch oder machst du es digital?
    LG.

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    • sternenpfad sagt:

      bullet journaling? nie gehört. mal google fragen 😉

      meine „hauptliste“ ist digital. also die liste, in der wirklich alle aufgaben drinstehen. aber ich habe für bestimmte bereiche noch zusätzlich ein notizbuch, und eine weitere kleine liste auf meinem handy.

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