eisblau&honigsüß

wohin, was tun, und überhaupt und sowieso

- 2. März 2014

Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich einfach nicht weiß, wohin mit mir. Es scheint keinen Ort zu geben, an dem es erträglich ist, zu sein. Egal, wohin ich gehe, ich halte es nirgendwo aus. Halte es mit mir nicht aus.

Die Zukunftsängste sind so überwältigend. Ich weiß nicht, wohin mein Weg gehen soll. Wohin ich will. Was ich will. Und wen ich auch frage – die Antworten sind so verschieden, die Ratschläge so verwirrend und widersprüchlich.

Die Chefin sagt, ich solle bei ihr promovieren. Oder wenn nicht bei ihr, dann anderswo. Aber auf jeden Fall promovieren.

Freunde sagen, dass Promotion bei meinen Berufsvorstellungen eher nicht so empfehlenswert ist (eigentlich überhaupt nicht zu empfehlen).

Das trotzige Ich, das der Welt beweisen will, dass es etwas kann und stark ist und kein Versager, will unbedingt promovieren.

Das rationale Ich will lieber einen Job suchen.

Das ängstliche Ich will am besten gar nichts tun, weil ja sowieso überall unüberwindbare Hürden sind.

Die Frau Therapeutin rät mir zur Promotion, auf jeden Fall aber in Uni-Stadt bleiben, noch ein paar Jahre, bis die Therapie weit genug fortgeschritten ist und mir ein Ortswechsel nicht wieder völlig den Boden unter den Füßen wegziehen würde.

Das trotzige Ich will lieber sofort umziehen, um zu beweisen, dass das sehr wohl auch jetzt schon geht.

Das ängstliche Ich bekommt schon allein beim Gedanken, irgendwann mal umzuziehen, Todespanik.

Gute Freundin will umzuziehen, am besten mit mir zusammen, gerne auch erst in zwei, drei Jahren, irgendwo Richtung Bodensee oder ans Meer.

Ambulanzpsychiater scheint einfach davon auszugehen, dass ich nach dem Master selbstverständlich auch promovieren werde.

Ich hätte nicht gedacht, dass allein die Aussicht auf das Studienende schon so viel Angst und Chaos in mir auslösen würde. Ich dachte, wenn es wirklich so weit ist – exmatrikuliert, Zeugnis in der Hand – dann wird es schwierig werden. Aber schon Monate zuvor? Ich dachte, die Monate bis zum endgültigen Ende würden noch okay werden.

Ich frage mich, ob das jetzt die ganzen nächsten Monate so bleiben wird? Monatelang Zukunftsangst, monatelang Heulattacken und Überforderung. Und was wird dann erst passieren, wenn es wirklich so weit ist? Es ist doch jetzt schon kaum mehr auszuhalten! Wie wird’s mir dann erst in ein paar Monaten gehen, wenn ich das Abschlusszeugnis in der Hand halte?


One response to “wohin, was tun, und überhaupt und sowieso

  1. TBW-Pur sagt:

    Ich hab nie studiert, kenne also diese Seite des Lebens gar nicht.
    Aber Angst vor was Neuem hatte ich auch schon. Es ist immer schwierig einen neuen Schritt zu tun in ein neues vielleicht anderes Leben. Früher hatte ich auch Probleme damit klar zukommen, aber wenn man älter wird sieht man das gelassener. Sozusagen kommt Zeit kommt Rat. Du bist ja noch so jung, du hast dein ganzes Leben vor dir, also mach dich nicht schon mit Dingen verrückt, die noch Monate entfernt sind, das wird alles werden. Du wirst einen Job finden, du wirst eine Zukunft haben, das weiß ich , denn du gibst nicht auf. Schau mal zurück und sieh was du alles geschafft hast.
    Andere haben nicht annähernd deine Sorgen,deine Vergangenheit und können nichts vorweisen. Du dagegen hast studiert und einen Abschluss geschafft. Das ist so toll. Ich bin sicher du schaffst alles was du willst, denn bei Rückschlägen stehst du wieder auf und versuchst jeden Tag dein Bestes zu geben. Ich denke du hast gute Voraussetzungen deine Zukunft zu gestalten, wie immer die dann auch mal aussehen wird.
    Also versuch dich nicht so fertig zu machen, versuch lieber den Augenblick zu genießen und überforder dich nicht selber mit den Fragen was wird dann wohl sein … das weiß niemand von uns, was morgen ist. GLG TimeBandits

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