eisblau&honigsüß

X. oder: noch ’ne Veränderung

- 31. Oktober 2013

Wer mich kennt, der weiß: ich bin ein Gewohnheitstier. Ich mag es, wenn Dinge immer gleich bleiben. Berechenbar. Einschätzbar. Ich mag keine Veränderungen. In keinster Weise. Mein Leben soll in gewohnten Bahnen verlaufen, mit vertrauten Menschen und bekannten Situationen. Bloß nichts Neues, nichts Anderes…!

Da ist X. … Eine meiner besten Freundinnen. Ein Mensch, dem ich wirklich viel zu verdanken habe. Als ich sie im ersten Semester kennenlernte, konnte ich sie nicht ausstehen. Ich war damals ziemlich depressiv, und sie so gnadenlos lebensfroh, dass es mir fast schon weh getan hat… Aber wir lernten uns kennen, freundeten uns an… Es war gut. Sie hat im Laufe der Zeit von meiner kranken Psyche erfahren und mich nie verurteilt oder abgelehnt. Im Gegenteil. Sie war da, egal, was los war.

Und jetzt? Jetzt ist sie fertig mit ihrem Masterstudium. Sucht nach einer Doktoranden-Stellung. Vor ein paar Tagen hatte sie ein Vorstellungsgespräch in der Schweiz. Ihr gefiel es dort – der Chef, die Arbeitsgruppe, das Forschungsprojekt. Sie ist optimistisch, dass es dort klappen könnte.

Als Freundin drücke ich ihr natürlich die Daumen. Dass sie dort eine Zusage bekommt. Einen guten Arbeitsplatz. Nette Kollegen. Ein Projekt, dass ihr Spaß macht.

Insgeheim hoffe ich, dass sie eine Absage bekommt… Dass sie sich für irgendeine Arbeit hier in der Stadt bewirbt, eine Zusage bekommt und bleibt. Ich weiß nicht, wie ich es verkraften soll, wenn sie hunderte Kilometer weit weg zieht… Therapeutenwechsel, Masterarbeit – es reicht mir mit Veränderungen… Muss jetzt auch noch eine meiner besten Freundinnen wegziehen?!

Ich fühle mich schäbig, weil ich hoffe, dass sie eine Absage aus der Schweiz bekommt. Freunde sollten ihren Freunden doch das Beste wünschen… Aber, fuck, ja, ich will nicht, dass sie wegzieht. Sie soll hierbleiben. In meiner Nähe. Ich habe so Angst, sie zu verlieren 😦


5 responses to “X. oder: noch ’ne Veränderung

  1. marie sagt:

    ohhh gott, das kenn ich, ganz ganz schlimm :/
    ich drück dich…

    Liken

    • sternenpfad sagt:

      es ist mir gerade zu viel mir neuem und veränderungen… neue therapeutin, neue arbeitsstelle, wegziehende freunde… wenn das alles so nach und nach passieren würde – okay… aber alles auf einmal überfordert mich völlig :-/

      hoffe, dir geht’s okay…?!

      Liken

  2. julimond sagt:

    Hey, ich kann das gut verstehen und ich find’s nicht schäbig.es ist oke, dass du nicht willst, dass sie wegzieht. Wäre doch eher komisch wenn’s nicht so wäre, oder? Liebe Grüße

    Liken

  3. Meiko sagt:

    Veränderungen und neue Eindrücke kann auch ich nur beschränkt akzeptieren oder verarbeiten. Ich kenne das Gefühl, wenn man am liebsten jeden noch so kleinen Strohhalm im Wind festhalten würde. Leider entziehen sich die meisten Situationen im Leben unserem Einfluss. Da heißt es Augen zu und durch.. auch wenn ich damit momentan nur schwer leben kann. Am liebsten würde ich irgendwo einziehen, dort wohnen bleiben. Mit den immer gleichen Möbeln, mit den gleichen Freunden, der gleichen Arbeit…

    Liken

  4. blackeyedphoenix sagt:

    Deswegen musst du dich doch nicht schäbig fühlen, schließlich bedeutet es ja nur, dass dir die Freundschaft sehr wertvoll ist! Da hilft wohl nichts außer die Situation akzeptieren… Weiß deine Freundin schon, wann sie Bescheid bekommt? Im Übrigen hasse ich auch Veränderungen…

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: