eisblau&honigsüß

Angstwellen und so

- 27. Oktober 2013

Ertrinken in Zukunftsängsten. Panikwellen, die tosend über meinem Kopf zusammenschlagen. Überforderungsstrudel, die mich in die Tiefe reißen.

Ich kann das alles nicht. Ich schaffe das nicht. Ich will es auch gar nicht schaffen. Das Leben ist nichts für mich. Zu groß, zu komplex, zu anspruchsvoll. Ich fühle mich dem Leben nicht gewachsen.

Anderthalb Wochen, dann beginnt meine Masterarbeit. Ich will weglaufen. Absagen. Einen tragischen Unfall haben. Was auch immer. Ich fühle mich der Arbeit nicht gewachsen. Ich habe Angst zu versagen, mich zu blamieren. Nicht nur bei der Arbeit selbst. Auch und vor allem zwischenmenschlich. Ich bin oft so unsicher, so unbeholfen im Umgang mit Menschen. Ich weiß nicht, wie ich dort zurecht kommen soll. So viele fremde Menschen, in einer fremden Umgebung. Hilfe…

Ich weiß auch nicht, wie ich einen Vollzeit-Job bewältigen soll. Neun Monate jeden Tag, den ganzen Tag arbeiten. Wie soll das funktionieren?! Mit den Schlafstörungen, der Erschöpfung, den Krisen.

Die Therapeutin. Ich denke zu viel. Lege wieder jedes Wort auf die Goldwaage. Verliere mich in Angst und Wut und Resignation. War ich Anfang der Woche wirklich optimistisch, dass es mit ihr klappen könnte? Wie dumm von mir. Es wird nicht klappen. Zu viele Worte, die missverständlich sind. Sie wird mir keinen Halt geben können.

Ich möchte jetzt gerade nichts lieber als genäht werden. Ein tiefer Schnitt als Eintrittskarte. Und dann daliegen, in der klinischen Sterilität, in der jeder Schritt, jede Handlung berechenbar ist. Ein Weilchen Sicherheit, ein Weilchen Ruhe, weil alles ganz klar und sauber und vorhersehbar ist.


4 responses to “Angstwellen und so

  1. momotraeumt sagt:

    Ich glaube ganz fest daran, dass du das kannst. Du hast schon vieles erreicht. Vielleicht kannst du nicht in die grosse bedrohliche Zukunft blicken, sondern Tag für Tag nehmen. Was ist morgen? Morgen ist nicht so gross wie die ganze Zukunft. Morgen ist machbar. Denke daran, dass sich viele viele Menschen von der Zukunft überfordert fühlen, es ist ungewiss, es macht Angst, es ist unkontrollierbar. Aber können nicht daraus auch überraschend schöne Momente entstehen? Ich verstehe schon, dass neue Arbeit, neue Therapeutin sehr viel ist. Aber irgendwie wird es gehen. Glaube mir. Und geht es irgendwo mal nicht ist das auch kein Weltuntergang. Dann wird eine Lösung gefunden. Ich würde dir gerne etwas von der Angst abnehmen. Du schaffst das!
    sei lieb umarmt

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    • sternenpfad sagt:

      das versuche ich schon, so gut es geht. nur gucken, was jetzt ist, heute, vielleicht noch morgen. aber es ist so verdammt anstrengend, jeglichen gedanken an die weitere zukunft zu unterdrücken. ab und zu entwischt mir ein zukunftsgedanke, bevor ich ihn erschlagen kann, und dann kommt sofort die angst und überforderung 😦

      klar, es könnte auch alles ganz toll werden. aber ich kenne mich ja und weiß, dass ich mich in fremder umgebung mit fremden menschen unwohl fühle. mit der zeit wird es meist besser, sicher. aber bis dahin wird es erstmal jeden tag stundenlang angst und unwohl-fühlen sein. nicht sehr verlockend…

      bei der therapeutin muss ich einfach abwarten. nach zwei terminen, die so völlig unterschiedlich verlaufen sind, kann ich eigentlich nicht wirklich beurteilen, wie es wird. trotzdem. manches, was sie gesagt hat, gefällt mir nicht. ganz und gar nicht.

      schätze mal, in der nächsten zeit wird’s noch mehr einträge im stil von „ich kann nicht, ich will nicht, alles doof“ geben *schief lächel*

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  2. Meiko sagt:

    Ich kann deine Sorgen und Ängste bezüglich der Zukunft gut nachvollziehen. Ich habe erst heute, auf einem anderen Blog gelesen, dass dort eine Person sich immer ein Ziel für jeden Tag setzt. Alles andere was man erreicht wäre dann der „Bonus“. Das empfand ich eigentlich als ziemlich Clever. Ich kann mir kaum vorstellen wie viel Arbeit eine Masterarbeit (Wortspiel? :x) macht, aber eventuell könnte das ja funktionieren?

    Mir geht es auch nur zu häufig so, das ich mich mit allem im Leben maßlos überfordert fühle..

    Danke für den schönen Beitrag, hat mich sehr berührt.

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    • sternenpfad sagt:

      die idee ist schön – sich kleine, erreichbare tagesziele setzen. mache ich teilweise auch schon. es ist nur, dass die gedanken manchmal eben doch in die zukunft schweifen und nicht im hier-und-jetzt bleiben wollen. und dann fühle ich mich völlig überfordert und will nur noch weg.

      masterarbeit ist schon recht anstrengend. lange arbeitstage, methoden lernen, literatur lesen, schreiben… „nebenher“ noch die restlichen vorlesungen und seminare und prüfungen… und das woche für woche, monat für monat („urlaub“ ist nicht üblich in der masterarbeitszeit). das ist schon für gesunde anstrengend. wie soll ich das mit meiner kaputten psyche bewältigen – ohne wieder ständig in der psychiatrie zu landen? :-/

      naja. kleine schritte, eins nach dem anderen. vielleicht klappt’s ja doch irgendwie, auch wenn ich mir das gerade nicht so wirklich vorstellen kann…

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