eisblau&honigsüß

wird doch eh nie besser

- 23. Februar 2012

Morgen wieder poststationär zu Dr. H. und wieder frage ich mich: Wozu hingehen? Es bringt doch eh nichts. Einen kurzen Bericht über die vergangene Woche, die Ermahnung mich bei Bedarf zu melden, und Tschüß.

Sinnlos.

Er kann mir genauso wenig helfen wie irgendein anderer Arzt dort. Mir ist nicht zu helfen. Ich stehe mir selbst zu sehr im Weg.

Ich habe nicht das Gefühl, dass die vergangene Krisenintervention irgendetwas nachhaltig gebessert hat. Am Tag der Entlassung ging es mir gut, seitdem ein ständiges Auf und Ab, mit leichtem, aber konstantem Abwärtstrend. Mir geht’s kaum besser als vor der Krisenintervention.

Der Drang mich selbstschädigend zu verhalten ist so verdammt stark. Und ich gebe es ehrlich zu: Ich kämpfe nicht wirklich dagegen an. Wozu auch? Mir ist alles so egal. So gleichgültig. Leben ist anstrengend und die Anstrengung lohnt sich nicht. Die paar schönen Momente, die ich dafür bekomme… Unterm Strich steht ein fettes Minus.

Der vernünftige (derzeit sehr kleine, leise, schwache) Teil in mir flüstert „Wiederaufnahme.“ Wenn die letzte Krisenintervention nicht ausgereicht hat, dann muss eben nochmal eine drangehängt werden. Ein paar Tage, vielleicht würde das schon reichen. Mir geht es nicht ganz so schlecht wie vor der Intervention. Ein winziges bisschen besser. Und wenn ich nochmal ein paar Tage stationär wäre, und es mir danach nochmal ein winziges bisschen besser ginge – vielleicht ginge es mir dann gut genug um weiterzuleben. Vielleicht.

Ich weiß selber, dass es so nicht weitergehen kann. Die Selbstverletzungen sind nicht so sehr das Problem. Aber das Tabletten schlucken. Ich versuche es zu verdrängen, aber ich merke sehr wohl, dass ich mir die Gesundheit ruiniere. Oder schon ruiniert habe. Ich weiß nicht, wie kaputt mein Körper inzwischen ist. Aber irgendwas ist nicht in Ordnung. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es schiefgehen wird.

Ich muss aufhören damit, aber ich kann nicht. Es gibt keine wirklich adäquate Alternative. Nichts, dass auch nur ansatzweise so gut funktioniert wie eine Handvoll Tabletten.

Morgen Gespräch und ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich weiß nicht, mit welchen Erwartungen ich hingehe und was ich will. Schwanke zwischen aggressivem „Lass mich in Ruhe“, sinnlosem „Ist doch eh alles egal“ und verzweifeltem „Tu was, hilf mir“.

Und weil ich nicht weiß, was ich will, werde ich vermutlich wieder mal einfach dasitzen, ein paar belanglose Worte sagen und ansonsten schweigen.


3 responses to “wird doch eh nie besser

  1. nina2910x sagt:

    hast du vielleicht nochmal über einen längeren stationären aufenthalt nachgedacht? über eine richtige stationäre therapie? ich denke mal dass wäre das einzige was langfristig besserung bringen könnte. so ne krisenintervention ist ja auch im grunde nur nur dazu da einen wieder stabilisieren. ändern tut sich dadurch ja langfristig eh nichts. 😦

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  2. innenkaelte sagt:

    Ach liebes….
    Sag ihm die Wahrheit, leg die Karten auf den Tisch.
    Auch wenn dieser Teil der Vernunft nur leise in deinem Kopf ist, er ist da!
    Er ist da und das ist das wichtigste.
    Du bist ein so starker, wundervoller Mensch…du darfst nicht aufgeben.
    Steh auf und kämpfe. Du kannst das, das weiß ich und du weißt es auch!

    Ich drück dich ganz, ganz, ganz feste!

    Zoey

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  3. Enibas sagt:

    ich finde es gut und mutig, dass du den vernünftigen teil hörst, ihm gehör verschaffst. es ist so verdammt anstrengend, das alles, gegen den Drang zu kämpfen, vielleicht entscheidest du dich ja noch für einen stationären Aufenthalt. Nur weil es letztes Mal nicht lange angehalten hat und dir vielleicht nicht ausreichend oder erfolgsversprechend genug erscheint, muss es dieses mal ja nicht auch so sein, oder?!
    und auch ich frage mich, kommt eine längere stationäre therapie für dich in frage?
    Alles liebe.

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